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South Coyote Buttes & White Pocket

16.10.2017 Eine Jeeptour in eine unwirkliche landschaft

Es wäre ein Traum gewesen, diese Grand Staircase-Escalante Tour mit einem eigenen Jeep zu unternehmen. Mein Jucy Campervan war komplett ungeeignet für dieses Gelände. Also Plan B, ich biss in den preislich relativ sauren Apfel und buchte von zu Hause aus diese Tour bei Dreamland Safari Tours.

Mein erster Plan sah eigentlich vor, bei diesem Veranstalter eine Tour zum Toroweap Overlook zu buchen. Das ist jedoch erst ab zwei Personen möglich (allein für zwei Personen zu zahlen war mir nun doch zuviel) und niemand hatte sich bisher dafür angemeldet. Der Toroweap Oberlook ist ein Aussichtspunkt innerhalb des Grand Canyon National Park in Arizona, USA. Er befindet sich in einem abgelegenen Gebiet am North Rim des Grand Canyon, ist nur mit Geländefahrzeug in 2 Stunden Fahrt zu erreichen, bietet aber einen unvergleichlichen, senkrechten und fast einen Kilometer tiefen Blick in die Schlucht. Naja, ein paar Träume sollte man sich noch bewahren... ;)

Sami von Dreamland machte mir den alternativen Vorschlag, einen Tag vor dem Temin, an dem ich buchen wollte, zu versuchen ein The Wave Permit (bzw. Coyote Buttes North) für mich zu ergattern. The Wave, das wäre natürlich der Hammer!

Das Losverfahren, 4 Monate voher ein Permit für The Wave zu ergattern, war für mich längst abgelaufen, also gab es nur diese letzte Möglichkeit. Sami schrieb mir, wenn es mit diesem Permit nicht klappen sollte, würde sie mir alternativ ein Permit für die Coyote Buttes South und White Pocket besorgen, eine ebenfalls nur mit Geländewagen erreichbare und ganz besondere Landschaft. Also hoffte ich auf mein Glück und erfuhr erst an diesem Tag, wo es hinging. Es wurden die Coyote Buttes South und White Pocket. Und diese Tour ist jeden Cent wert! Diese Landschaft ist das Kurioseste, was ich je in meinem Leben gesehen habe...

Das Gebiet der Coyote Buttes befindet sich etwa 40 Meilen östlich von Kanab und südlich des HW 89. Die geologischen Formationen der sogenannten Teepees, konischförmig erodierte Sandsteinfelsen, sind fantastisch und sehr vielfältig. Im Gebiet der South Coyote Buttes gibt es besonders viele von ihnen.

Zwei Stunden ruckeln wir über diverse Dirtroads durch tiefen Sand, über bucklige Felsen und durch riesige Schlaglöcher. Die Fahrt ist spannend und wir haben uns einiges zu erzählen bis wir den Parkplatz erreichen.

Hier gibt es keine markierten Wanderrouten, wir marschieren eine ganze Weile vom Parkplatz aus durch Wüste und unwegsames Gelände bis die Felsen in der Ferne größer und größer werden.

Nach erfolgreicher erster Eroberung der bezaubernden Gegend und diverser Yogaeinlagen an exponierten Stellen meinerseits bittet Steve zum Lunch back to the Van.

Unsere Gruppe besteht aus sechs Leuten: Steve (unserem Guide), Debbie und Jörg aus Phönix, einem jungen Paar aus Italien und meiner Wenigkeit.

Steve ist gebürtiger Engländer und strahlt eine große Ruhe aus. Er war schon als Backpacker in vielen Landschaften der Erde unterwegs, unter anderem auch im Himalaya. Nachdem alle leckeren Sandwiches verputzt sind, fahren wir weiter durch tiefen Sand ins White Pocket Gebiet. Hier möchte ich auf keinen Fall selber fahren, denn die White Pocket befindet sich im Zentrum eines abgelegenen Gebiets, umgeben von vielen Meilen tiefem Sand. Als wir diese weißen Kissenberge erreichen, fühle ich mich wie hergebeamt auf einen fremden Planeten! Dieses Naturwunder des Westens der USA ist ganz bestimmt nicht weniger faszinierend als The Wave. Eine wahre Sience-Fiction-Landschaft tut sich vor uns auf und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Die weiß leuchtenden Felsen blenden uns in der Mittagssonne, mancher weiß-roter Sandstein erinnert an schaumgekrönte Meereswellen. Farbiger Sandstein dreht sich in gelb-rot-weißen Spiralen hinauf in die Luft und ich fühle mich irgendwie an den Maler Salvador Dali erinnert. Für Fotografen ist das hier ein Paradies hier. Hinter jeder Biegung sehe ich neue Motive, es ist einfach unglaublich!

Und für alle die nicht genug bekommen können:

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