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Roadtrip Kanada + Alaska - Tag 2 Klondike Highway

Emerald Lake - Carcross Desert - Skagway

16.09.2018 - viel Natur im Yukon auf dem weg Über die Grenze nach Alaska/USA

Früh morgens am Emerald Lake

Die Sonne ist noch nicht über den Bergen erschienen, der kleine Emerald Lake liegt in ihrem Schatten und leichter Nebel liegt über der Wasseroberfläche, als wir am nächsten Morgen erwachen. Es ist kalt draußen, darum werfen wir uns dicke Jacken über und stapfen zum Ufer, um vielleicht unseren ersten Bären zu sehen!?

Allerdings machen wir soviel Krach dabei, dass dieser wahrscheinlich sofort Reißaus genommen hat... falls er überhaupt da war. ;) Es ist herrlich ruhig, nichts stört die traumhafte Stille hier im Yukon.

Unser erstes Frühstück im Wohnmobil! Während ich im Bad bin, bereitet Britta es vor. Im Kessel wird Wasser für Instant-Kaffee aufgesetzt, Obst wird geschnibbelt und dazu gibt es Müsli mit Joghurt bzw. Sojamilch, wunderbar!

Ich stelle fest, dass die kleine Dusche nicht funktioniert - nagut, dann eben ohne duschen. Im Nachhinein stellt sich die defekte Dusche zum Glück als einzige Schwachstelle heraus. Unterwegs treffen wir in den nächsten Tagen mal ein Ehepaar, das ebenfalls in Whitehorse den gleichen Camper bekommen hat. Bei ihrem Wohnmobil ist nicht nur die Dusche defekt, sondern die Heizung ebenfalls und ebenso der Slideout. Sie mussten sich nach 3 Tagen Frieren in der nächstgroßen Stadt eine Standheizung kaufen (der Betrag wird gegen Quittung ersetzt) und jeden Morgen die Essecke zu Betten um- und abends zurückbauen.

 

Tagesroute auf GoogleMaps - Klondike Highway

 

 

Bei herrlichem Wetter fahren wir los und verlassen den Emerald Lake. Ich wuchte den Camper unter Brittas Anweisungen wieder zurück auf den Klondike Highway und los geht's in Richtung Skagway. Alaska, wir kommen!

Wir sind sprachlos, als wir durch diese Traumkullisse Kanadas fahren. Allzuviele Touristen sind nicht unterwegs und wir kommen gut voran, obwohl wir immer wieder auf kleinen Parkplätzen an der Strasse anhalten, um in Ruhe die Natur genießen zu können.

Kurz vor Carcross liegt unser erstes Tagesziel auf dem Weg: Carcross Desert, offiziell die kleinste Wüste der Welt! Über Millionen von Jahren bildeten sich hier unter dem Einfluss des trockenen Klimas und der Winde  Sanddünen, die teilweise von Bäumen bewachsen sind und den Stopp absolut lohnen!

 

 

Als wir einen der höheren Sandhügel bestiegen haben, eröffnet sich ein unglaubliches Panorama auf die Landschaft. Wir sehen über die Wüste und Wald hinweg bis zur Bergkette hinter dem Bennett Lake hinüber, es ist unbeschreiblich schön! Nach mehr als einer Stunde fahren wir weiter in Richtung Skagway und tanken in Carcross das erste Mal, was Britta hier und auf dem Rest der Reise freundlicherweise übernimmt.

 

Bennett Lake

 

Weiter geht's auf dem Klondike Highway (Hwy No. 2) in Richtung Grenze. Die Landschaft bleibt großartig und an einem weiteren Viewpoint mit Parkplatz halten wir an. Als wir aussteigen schlägt uns Brandgeruch entgegen. Rundherum sind viele qualmende Brandherde in den Wäldern auf den Berghängen zu sehen, Rauchschwaden hängen in der Luft. Dazwischen immer wieder schwarze Baumgerippe verbrannter Wälder, ein zu dieser Zeit wohl relativ normaler Anblick, da es in den letzten Wochen sehr trocken war. Wir stehen am Tagish Lake und blicken auf Bove Island, das mitten im See liegt.

 

Bove Island im Tagish Lake

 

Ein wenig mulmig ist uns schon, als wir die Grenze zur USA erreichen. Wir müssen das Wohnmobil an einer vorgeschriebenen Stelle parken, aussteigen und ins Gebäude eintreten. Am liebsten hätte ich ein Foto vom Inneren gemacht (wäre aber sicher nicht unbedingt gerne gesehen gewesen). Ein Grenzbeamter in beigefarbener Kluft mit Sheriffhut empfängt uns hinter einer Theke. Über ihm an der Wand hängt ein überdimensionales Gemälde von Donald Trump, Gewehre und Waffen hängen ebenfalls herum und natürlich US Fahnen in allen Variationen. Unsere Reisepässe werden streng geprüft und immer wieder blickt er uns ebenso streng ins Gesicht und blättert im Reisepass, obwohl da zumindest bei mir gar nix drinsteht. Er legt Einreise-Visums-Zettel in die Pässe hinein, die beim Verlassen Alaskas wieder entfernt würden und forderte eine Gebühr ein. Dann entließ er uns und erleichtert verließen wir die Grenzstation: Hallo Alaska!

 

Nach etwas mehr als 20 Kilometern erreichen wir Skagway, finden nach einigem Suchen unseren reservierten Campground und checken ein. Das erste Mal docken wir an Frischwasser und Strom an, alles klappt wie am Schnürchen. Die Campingstühle werden aufgestellt, das erste Alaska-Bier geöffnet und während wir in der Sonne sitzen, erfreuen wir uns an großen Hippie-Raupen, die durch das Gras robben.

Als wir uns eingerichtet haben, machen wir uns auf den Weg in die City und Skagway zu erkunden. Der Ort erinnert stark an eine Westernstadt und hat einiges zu bieten.

Skagway liegt an der beliebten Kreuzfahrtroute durch die Inside Passage, daher hatten wir befürchtet, dass hier viele Menschen unterwegs sind. Um diese frühe Abendzeit jedoch ist das Städtchen jedoch relativ leer, es liegt kein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Viele Gebäude Skagways stammen aus den Jahren des Goldrauschs und sind heute Teil des Klondike Gold Rush National Historical Park. Hier in Skagway befindet sich die Endstation des White Pass Railroad, die historische Bahn fährt heute nur noch zu touristischen Zwecken.

 

 

Im Red Onion Saloon kehren wir schließlich ein und freuen uns auf Pizza mit Bier. Das Red Onion war zu Goldgräberzeiten ein Bordell und Bilder mit offenherzigen Damen über der Bar zeugen davon. Beachtlich ist auch die große Sammlung von Pissoirs, die gegenüber der Bar von der Decke baumeln (Foto: siehe im Spiegel über den Flaschen), herrlich skurril!

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