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Provence - Via Ferrata di Cavaillon

ein klettersteig in zwei Etappen

Befindet man sich in der Provence und klettert gern, kommt man am Via Ferrata oberhalb des Städtchens Cavaillon nicht vorbei. Dieser Klettersteig ist vom kostenfreien Parkplatz in der Nähe der Touristeninformation frei zugänglich. Vom Gipfelkreuz des Hügels, den man über einen Treppenweg gut erreicht, hat man einen herrlichen Blick über Cavaillon und das Luberon.

 

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Bei der Einstiegsterrasse sind an einem kleinen Felsen Bügel, Seile und Griffe angebracht. Diese Übungsroute ist super für Anfänger oder auch ungeübtere Kletterer wie mich und vermittelt Sicherheit. Dann wird es ernst, wir  öffnen das kleine Törchen und der Via Natura beginnt. Wir seilen uns an und schon nach den ersten Stufen in die Tiefe laufen wir über eine Drahtseilbrücke mit viel Luft unter uns weiter. Es geht über Balken, Stege, und Leitern, die sich mit Bügeln und Griffen in den Felsen abwechseln. Am ersten Notausstieg angekommen entscheiden wir uns weiterzugehen, da es bisher relativ leicht war und die kniffligen Stellen an den Einstiegen zu den Seilbrücken gut zu bewältigen waren. Jetzt wird es schwieriger, dieser Teil ist etwas ausgesetzter und öfters auch leicht überhängend. Für Hannah kein Problem, aber ich komme an meine Grenzen. Am Umkehrpunkt vor dem zweiten Notausstieg geht es im leichten Überhang nochmals viele Meter vertikal nach oben, hier brauche ich meine ganze Kraft. Auf einer kleinen Terasse ruhen wir uns aus und entscheiden uns dann für den Ausstieg zum Weg oberhalb der Felskante, der zur Einstiegsterasse zurückführt.

Wir wollen gerade los, als von unten ein verzweifelter Schrei ertönt. Ein etwa 15 Jahre altes Mädchen schafft den letzten überhängenden Anstieg nicht, die Kraft scheint sie verlassen zu haben. Ihr Vater, der schon oben angekommen war, ruft ihr zu, sie solle sich unbedingt festhalten, er käme zurück. Hannah macht sich mit ihrem Seil schon auf den Weg um zu helfen, als wir sehen, wie der Mann über das Mädchen drüberklettert und sie dann von unten stützt und Stück für Stück hinauf hievt. Sie kommen schließlich sicher oben an und wir machen uns erleichtert auf den Rückweg. Diesen Via Ferrata darf man nicht unterschätzen!

 

Die Zweite Möglichkeit wäre es, dem Via Souterrata (souterrain= unterirdisch) zurück zu folgen. Er führt den Kletterer etwa 4-6 Meter über dem Hinweg und, wenn man mag, unter anderem kriechend durch eine Grotte, was sicher sehr spannend ist. Der gesamte Klettersteigverlauf ist immer wieder mit Hinweistafeln über Flora und Fauna bestückt.

Infos

Name: Via Ferrata, ganzjährig geöffnet und bestehend aus zwei Teilen:

- Via Natura durch die Felsen am Saint-Jacques-Hügel (nur ab einer Körpergröße von 1,30m) - Dauer: 2 Stunden

- Via Souterrata durch die Colombier-Grotten und die Beaumes de Combarelles (nur ab einer Körpergröße von 1,50m) - Dauer: 2 Stunden

Dauer beider Rundkurse also 4 Stunden. Auf beiden Teilen gibt es auf der Hälfte Notausstiege.

Anfahrt: In Cavaillon den Strassenschildern in Richtung Office de Tourisme folgen.

Parken: Parkplatz vor dem Office de Tourisme im Stadtzentrum Cavaillon (ausser wenn Montags der Markt stattfindet), dann ausweichen auf Parkplätze in der näheren Umgebung.

Zustieg: Treppenweg César de Bus beginnt direkt neben dem Office de Tourisme - 20 min. - 100hm, der Via Ferrata ist ausgeschildert. Am Gipfelkreuz führt der Weg nach rechts an der Jakobskapelle vorbei etwa 50m weiter bis zur Einstiegsterasse.

Tipp: Am späteren Nachmittag liegt der Felsen im Schatten und es ist nicht so heiß!

Wetterbericht beachten, nicht bei Nässe gehen!

Hier ein Video, das den Via Ferrata gut beschreibt.

 

Geschafft!

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Kommentare: 1
  • #1

    Horst B (Dienstag, 08 Januar 2019 18:54)

    Respekt!
    Bei mir verspannt sich schon alles beim zuschauen.
    Keinen Schritt hätte ich auf diese Steigeisen gewagt.
    Um so mehr Freude hatte ich dank Ihres schönen Berichts trotzdem 'dabei' zu sein.
    Herzlichen Dank