Oslo - Kurztrip im Winter 2

Lange suchte ich nach der Skyline Oslos, die man sich im Meerwasser spiegelnd auf Fotos sieht, die man googeln kann. Fakt ist, es gibt sie so nicht mehr!

Die Hochhausskyline Barcode (den Namen hat sie ihrer pixelartigen Erscheinung zu verdanken) befindet sich hinter der Oper und hier wird massiv gebaut. Parallel zur "alten" Skyline entsteht auf der Fjordseite eine neue Hochhauszeile. In einigen Jahren wird sich das Bild wieder total verändert haben!

Panoramafoto unten: Das hohe Gebäude (mit Kran) im Vordergrund zwischen der Oper und Barcode im Hintergrund nennt sich Lambda. In das umstrittene fertige Gebäude wird das neue Munch Museum Einzug halten. Wer sich für die zukünftigen und neuen Bauprojekte des neuen Olso interessiert, wird hier fündig!

Blick auf die Brücke zur Oper und zur im Bau befindlichen Lambda und auf die Skyline Barcode

Konzertmusik ertönt, ein Kreuzfahrtschiff der DFDS legt vom Kai in Oslos Hafen ab, um weiterzufahren.

 

Wenn man nicht so genau auf die Krone gucken muss, lohnt sich ein Besuch in der 34Skybar des Radisson Blu Plaza Hotels!

Die Atmosphäre ist gemütlich, die Kellner sehen gut aus und man kann ihnen beim gekonnten Cocktailmixen zusehen. Ich bevorzuge allerdings eher die Fensterseite (auch wenn's mir schwer fällt), denn der Ausblick über Oslo ist einzigartig.

Falls der Fahrstuhl nicht ohne Zimmerkarte bedienbar ist, einfach auf den nächsten Gast warten, der hat bestimmt eine, und mit rauf fahren! Einer der Fahrstühle ist übrigens außen am Hotel angebracht und ist aus Glas gefertigt...tolles Fahrgefühl mit Aussicht. Ich hab ein wenig suchen müssen, bis ich ihn fand. ;)

Ein Spaziergang an der Akerselva entlang lohnt sich immer, ob am Tag oder am Abend.

Der Akerselva war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Wiege der Industrialisierung Norwegens. Damals versorgte der Fluss Sägemühlen, Textilfabriken und mechanische Werkstätten mit Energie. Viele der alten Fabrikgebäude wurden restauriert und beherbergen jetzt Cafés, Galerien und Schulen.

Im Sommer wird hier an vielen Stellen geschwommen, geangelt und an Wasserfällen gefaulenzt.

Sehr interessant ist der Vigeland Skulpturenpark (Vigelandsanlegget), der sich im Frognerpark befindet.

Als ich den Park betrete, wundere ich mich als allererstes über zahllose Menschen, die, alle auf ihr Handy starrend, auf dem Platz am Eingang stehen. Ich frage einen jungen Mann, ob es eine App gibt, die über diesen Park informiert, weil alle so intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigt sind. Zur Antwort streckt er mir grinsend sein Handy entgegen, damit ich einen Blick auf ein Pokemonspiel werfen kann...ah ja! Heute gibt es hier ein besonderes Event, die Jagd auf ein seltenes Pokemon! Eine Stunde halte ich mich im Skulpturenpark auf. Am Ende dieser Stunde ist der Park schwarz von Menschen, jung und alt, groß und klein und alle werden heute Abend mit Nackenschmerzen auf dem Sofa sitzen...

Der Vigelandpark ist das Lebenswerk des Bildhauers Gustav Vigeland (1869- 1943). Mehr als 200 Skulpturen in Bronze, Granit und Schmiedeeisen von ihm sind hier zu bestaunen. Das bekannteste Werk ist wohl der 17 Meter hohe Monolith. Die Granit-Säule aus 121 menschlichen Figuren wurde aus einem Stück gefertigt und symbolisiert, zusammen mit den umgebenen Figurengruppen, den Kreislauf des Lebens. Insgesamt haben die meisten von Vigelands Arbeiten den menschlichen Körper als Hauptthema, alle Skulpturen sind nackt, Gesichter und Körper sind sehr detailgetreu gefertigt. Sie zeigen sämtliche Facetten des Lebens, sind mal allein, mal in Gesellschaft, mal voller Freude, mal zornig, mal jung und mal alt. Erstaunlich authentisch transportieren die Figuren Emotionen, wirken sehr lebensecht. Besonders die Darstellung der alten Menschen haben mich beeindruckt!

 

Die Festung Akershus ist ebenfalls einen Besuch wert. Das Museum war zwar geschlossen, aber es lohnt sich einmal um die Anlage herum zu spazieren.

Die Festung war ursprünglich eine mittelalterliche Burg mit königlichem Wohngebäude von 1299. Von 1637–1648 wurde sie dann zum Renaissance-Schloss umgebaut.

Ganz außen auf der Landzunge Akersneset hatte die mittelalterliche Burg eine starke strategische Lage und widerstand im Laufe der Zeit so mancher Belagerung.

Und last but not least Oslos tolle Museen...da hat man die Qual der Wahl! Wir entschieden uns für das Wikingerschiffemuseum Vikingskipshuset! Hier gibt es  die am besten bewahrten Wikingerschiffe der Welt zubestaunen.

Die Schiffe stammen aus dem 9. Jahrhundert, wurden in drei großen Häuptlingsgräbern gefunden und wieder ausgegraben. Sie waren den Wikingerhäuptlingen für ihre letzte Reise ins Reich der Toten mitgegeben worden.
Alle Viertelstunde läuft ein beeindruckender Film an Decke und Wänden eines Teils des Museums ab: Vikingtiden lever (Die Wikingerzeit lebt).
Ebenfalls zu besichtigen sind die Grabgaben von unschätzbarem Wert jener Gräber: kleinere Boote, Schlitten, Wagen, Gerätschaften, Werk- und Zaumzeug, Reste von Textilien und Haushaltsgegenständen.

Für mich ein Pflichtbesuch: das Edvard Munch Museum Munchmuseet. Wer allerdings das berühmteste Gemälde Munchs "Der Schrei" sehen will, wird hier vergeblich suchen. Es hängt in der norwegischen Nationalgalerie, die wir aus Zeitgründen nicht besucht haben. Im Munchmuseet wurde ich von einer Combiausstellung Munch/Gauguin angenehm überrascht. Vor wenigen Monaten erst sah ich den biographischen Film "Gauguin" über die letzten Lebensjahre des Malers, die er auf Tahiti verbrachte und hatte so einen Bezug zu dessen ausgestellten Bildern und Skulpturen.

Das Fram Polarschiff Museum ist ebenfalls sehr beeindruckend!

Die Fram wurde 1892 gebaut, ist das stärkste Schiff der Welt und ist am weitesten sowohl in den Norden als auch in den Süden vorgedrungen.

Das riesige und beeindruckende Schiff ist im Original im Museum ausgestellt, inklusive der gut erhaltenen Einrichtung und Gegenstände.
Die Fram wurde bei den drei berühmten Polarexpeditionen von Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898-1902) und Roald Amundsen (1910-1912) eingesetzt.
Um das Schiff herum gibt es umfassende und spannende polargeschichtliche Ausstellungen. Seit 2013 gibt es ein weiteres Nebengebäude – das Gjøa-Haus. Auch das beherbergt ein komplettes Schiff, die namensgebende Gjøa. Mit diesem Schiff gelang Roald Amundssen 1903 die erste Durchquerung der Nordwestpassage.

Für dieses Museum sollte man viel Zeit mitbringen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Jannik (Sonntag, 18 März 2018 11:54)

    Schöner Newsletter und scheinbar eine sehr schöne Stadt! So, jetzt Augen weg vom Handy, sonst kommt die nackenstarre �

  • #2

    Heike Schlösser (Sonntag, 18 März 2018)

    Oh Britta, möchte gleich die Reiseschuhe anziehen!
    Vielen Dank für den wunderschönen Einblick in Deinen Winterausflug!
    Immer wieder sehr besonders!