Liparische Inseln - Tag 4, Stromboli - der einzige daueraktive Vulkan Europas

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Die Insel Stromboli besitzt den gleichnamigen Vulkan, dem einzigen daueraktiven Vulkan Europas!

Die Besteigung des Stromboli ist das Ereignis der Reise, auf das ich mich am meisten freute und ich hatte wegen meiner Erkältung gehofft, diese Insel stünde erst am Ende der Reise auf dem Plan, was aber leider nicht der Fall war.

Der Stromboli ist sehr aktiv, er raucht, faucht und spuckt stetig vor sich hin. Über 900 Meter  geht es innerhalb einer Führung hinauf, durch Asche und über Felsen. Oben angekommen schaut man hinein in seinen Rachen und erlebt eine feurige Vorstellung! Doch dieses Mal leider ohne mich, mit einer Bronchitis brauche ich gar nicht erst daran denken, es überhaupt zu versuchen. Aber ich mache das Beste draus...und der Tag endet fantastisch (siehe Foto oben).

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Abfahrt von Lipari

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Wieder verabschieden wir uns von Lipari und halten auf dem Weg nach Stromboli nochmals für eineinhalb Stunden auf Panarea, vermutlich, um dort den Tourismus ein wenig anzukurbeln.

Wir steigern uns, denn heute fahren wir nicht wie gestern mit der "Prinzessin" sondern mit der Königin "Regina dei Mari".

Wir bummeln nochmals durch die Gassen San Pietros, bestaunen einen mit herrlichen Gartenpflanzen beladenen Kleinlaster und beobachten die Feuerquallen im Hafenbecken.

 

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Auf dem Weg von Panarea nach Stromboli fährt uns der Kapitän nahe an mehreren unbewohnten kleinen Inseln vorbei, wie z.B. Isola Dattilo, Isolas Spinazzola und Basulozzi, Lisca Bianca und Nera, weiße und schwarze Felsen. Sehr interessant sind auch mehrere Fumarolen, die man hier im Meer sehen kann. Dabei handelt es sich um eine vulkanische Dampfaustrittsstelle im Bereich von vulkanisch aktiven Gebieten, aus der Wasserdampf und zum Teil vulkanische Gase austreten. Sehr beeindruckt hat mich die halb stehengebliebene Vulkaninsel, die es uns ermöglichte, einen Blick ins Innere eines Vulkanschlotes zu werfen.

 

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Wir fahren an der Insel Stromboli vorbei und es bieten sich uns beeindruckende Bilder des spuckenden und rauchenden Vulkans!

Wir erreichen den Ort Stromboli, verlassen die Regina und laufen hinauf zur Piazza vor der Kirche, die sich in der Hauptsiedlung San Vinzenzo befindet. 

Hier trennen sich unsere Wege. Die Gruppe, die auf den Vulkan steigt, holt sich Taschenlampen und Helme ab und zieht los. Die zweite Gruppe bricht auf zu einer kleineren Wanderung am Hang entlang und mit einer Pizzeria mit Aussichtsterasse als Ziel.

Weil mir beide Touren zu anstrengend sind, kehre ich mit Christiane, der Mutter meines Schwiegersohns, die mich diesmal begleitet, in der Bar Ingrid ein und wir genießen Espresso und fantastischen Kuchen. Die Pizzeria Osservatorio ist auch unser Ziel, es sind im direkten Weg 3,1 km und 80 Höhenmeter. Dort werden wir die zweite Gruppe wiedertreffen.

Von der Bar aus haben wir einen herrlichen Blick auf das Meer und Strombolicchio. Die kleine Felseninsel Strombolicchio erhebt sich 57 m über dem Meer und liegt rund 1500 m vor Stromboli. Die Klippe entstand aus einer seitlichen Eruption eines kleinen Vulkans, der während der Entstehung der Liparischen Inseln aktiv war. Ein dort stehender Leuchtturm ist gut zu erkennen.

Die Insel Stromboli strahlt eine Atmosphäre aus, die uns gefangen nimmt: Enge Gassen, weißgetünchte Häuser, schwarze Sandstrände, unendliches Meer, karge Vegetation, endlose Ruhe (zumindest als wir den Ort verlassen) und der immer rauchende Stromboli.

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    Strombolicchio

Auf dem Weg zu unserem Ziel "Aussicht und Essen" kommen wir auch an einem bestimmten Haus vorbei. Es fällt auf zwischen all dem Weiß, das rote Haus an der Straße nach San Bartolo. "Hier hat Ingrid Bergmann gelebt", ist auf der Marmortafel zu lesen. "Stromboli - Terra di dio" (Stromboli, Land Gottes) hieß der Film, den der bekannte Regisseur Robert Rossellini Ende der 40er Jahre mit dem Vulkan als Kulisse gedreht und damit die Schauspielerin Ingrid Bergmann ebenso wie Stromboli weltberühmt gemacht hat. Nur die Farbe Rosa unterscheidet das Haus von den anderen. Die Form ist die gleiche, ein einfacher Kubus mit Türen und Fenstern und einem flachen Dach, um soviel Regenwasser wie möglich aufzufangen und in die Zisternen zu leiten. Denn Süßwasser ist knapp und teuer auf der Insel. Das meiste wird mit Tankschiffen antransportiert wie auch auf Lipari und allen anderen Liparischen Inseln.

Der Weg zur Pizzeria Osservatorio führt uns zunächst weiter durch das Dorf und an einer zweiten diesmal rosanen Kirche,  San Bartolomeo, vorbei. Irgendwann endet die geteerte Straße und geht über in einen Feldweg mit reichlich Kopfsteinpflaster und Schlaglöchern. In Serpentinen schlängelt sich der Weg hinauf. Hin und wieder donnert eine beeindruckend laute Lavafontäne vom Berggipfel neben uns in den Himmel und wir sehen, wie Gesteinsbrocken den Hang hinunterrollen. Unglaublich große und leuchtend gelbe Stauden und pinke Geranienbüsche säumen den Weg, ebenso wie uralte Olivenbäume und riesige Kakteen. Die Aussichten auf das Meer mit dem kleinen Inselchen Strombolicchio und auf den Vulkan Stromboli, die sich uns bieten, sind fantastisch!

Und manchmal kann man in Form von kleinen Punkten auf dem Bergrücken Menschen erkennen, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht den Berg erklimmen, um einen Blick in den Krater zu werfen. Vielleicht sehen wir ja gerade unsere Gruppen da oben!

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Christiane und ich haben die Aussichtsterasse kaum erreicht, da trifft auch die zweite Gruppe schon hier ein. Wir bestellen unser Essen und schauen immer wieder gespannt gen Stromboligipfel, wenn er beginnt zu fauchen und zu poltern.

Die Pizza ist riesig und superlecker. Während wir das Essen genießen warten wir gespannt auf die Dunkelheit, denn dann ist das Spektakel noch viel besser zu sehen.

Pünktlich zur Dämmerung habe ich die Kamera auf ein Stativ montiert und lauere auf die nächsten Eruptionen. Die Zeit ist begrenzt, denn das Schiff wartet nicht lange auf uns und der Weg ist weit. Wir müssen spätestens um viertel nach neun aufbrechen...Und dann ballert er los, der Stromboli...Wahnsinn, sowas vergißt man nie wieder!

 

Mit vielen großartigen Eindrücken im Gepäck machen wir uns im Dunkeln auf den Weg zurück zum Hafen. Zusammen mit einigen anderen lassen Christiane und ich uns mit dem hauseigenen Taxi, einem kleinen uralten Minilastwagen die etwa zwei Kilometer bis zum Ort und der ersten asphaltierten Straße hinunterfahren...nein nicht fahren, eher schaukeln! Zeitweise schaukelt das Gefährt so nahe am Abhang entlang, dass uns Angst und bange wird. Aber unser erfahrener Fahrer umkurvt die ärgsten Schlaglöcher sehr gekonnt, er kennt den Weg wie seine Westentasche, aber seht selbst:

Die letzten eineinhalb Kilometer legen wir mit den anderen, die zu Fuß gegangen sind und die fast genauso schnell waren wie wir, zusammen zurük. Am Hafen angekommen, warten wir auf unseren Stromboligipfeltrupp. Die Zeit vertreibe ich mir, indem ich Fotos vom im Hafen ankommenden Fährschiff mache.

Irgendwann trudeln sie ein und sehen aus wie die Schweine. Von oben bis unten sind sie mit grauer Asche bedeckt und sehen komplett glücklich aus! An dieser Stelle zeige ich mit seinem Einverständnis Fotos von Peter Paskoff, der mit oben war und beeindruckende Fotos gemacht hat:

Unter den folgenden links könnt ihr nachlesen, wie Marco die Gipfeltour erlebt hat und wie Hannah von der leichteren Tour erzählt.

 

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