Hurtigruten - Tag 3 von Trondheim bis Rørvik

Am Morgen des dritten Tages verlassen wir nach opulentem Frühstück gegen 9 Uhr das Schiff und machen Trondheim unsicher. Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens und wurde 997 vom Wikinger Olav Trygvasson gegründet.

Der Hafen liegt nahe am Stadtzentrum und wir brauchen nur 15 min zu Fuß bis zum Nirarosdom, der unser erstes Ziel ist. Es scheint hier zwar geregnet zu haben, doch jetzt ist es trocken.

Was mir sehr gut gefällt: Die Straßenlaternen leuchten hier auch tagsüber in einem sehr warmen, gelben Licht und auch in 80 % der Fenster in den Wohnhäusern sieht man Lampen, die ihr warmes Licht verstreuen.

Der Nidarosdom ist ein Nationalheiligtum Norwegens und ist auf dem Grab des norwegischen Schutzheiligen St. Olav erbaut worden. Das Bauwerk ist sehr imposant und eindrucksvoll, außen wie innen. Die bunte Fensterverglasung bietet ein wunderschönes Farbenspiel in Lila- und Blautönen. Vielleicht erinnert das Hauptfenster den einen oder anderen an das Kirchenfenster im Hintergrund des Plakates für die Aufführung des Musicals "Sisteract a la Barditus"!? Ja richtig, das Hauptfenster des Nidarosdoms diente mir da als wunderschöne Vorlage ;o)

Zurück auf der MS Midnatsol werden wir wieder mit dem üblichen "Welcome!" begrüßt, wir desinfizieren uns die Hände und ziehen uns in der Kabine um für das opulente Mittagsbuffet.

Das Schiff legt ab und fährt an Munkholmen vorbei, einer vor der Küste liegenden und unter Denkmal stehenden Insel, die auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann. Vom 10. bis hinein ins 12. Jahrhundert galt Munkholmen als gefürchtete Hinrichtungsstätte. Zu dieser Zeit entstand auch ein Benediktinerkloster, das seine Macht bis auf das Festland ausdehnte. Nach der Reformation verfiel das Kloster und im 17. Jahrhundert führten kriegerische Handlungen dazu, dass auf der Insel eine Festung errichtet wurde. Diese diente später als Staatsgefängnis und während des Zweiten Weltkrieges nutzten die deutschen Besatzer die Insel als Verteidigungsanlage.

Nach dem Mittagessen ziehen wir uns auf einen Tee zurück, ich parke Papa auf dem Panoramadeck ;o) und bin wieder oben auf Deck 9 zu finden. Mittlerweile kennt man sich auf Deck 9, das nur die Härtesten der Harten ständig bevölkern. Es ist kalt dort oben, sehr windig und zuweilen auch nass, aber die Aussichten sind immer grandios! Ich gehöre zu der Handvoll Leute, die andauernd anzutreffen sind, wie zum Beispiel meine Namensvetterin Britta aus Hamburg und Marion aus München. Dann sind da noch diverse Hobbyfotografen und diejenigen, die es hier und da eine Stunde aushalten und der Rest, der ab und zu mal vorbeischaut. Viele haben Deck 6 für sich auserkoren, auf dem man das Schiff komplett umrunden kann und das überdacht und etwas windgeschützter ist.

Zwischendurch verbringe ich Zeit in der fantastischen Panoramasauna, um mich mal wieder aufzuwärmen. Die Sauna hat, wie es aussieht, noch niemand entdeckt, denn ich bin auch heute wieder allein...großartig!

Aber auf Deck 9 gefällt es mir am besten, ich kann mich gar nicht satt sehen an dieser Landschaft, die sich ständig verändert. Und langsam schwant mir, warum diese Reise unter dem Titel "Hunting the light" steht, denn es ist das Licht, das die Landschaft in jedem Moment vollkommen verändern kann. Das beste Beispiel dafür bietet der Leuchtturm Kjeungskjær, an dem wir im Trondheimfjord vorbeifahren. Die folgenden beiden Fotos habe ich innerhalb von nur wenigen Minuten gemacht!

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Unglaublich, nicht wahr?

Hier noch einige Infos zu diesem markanten und bekannten Leuchtturm: Auf einer kleinen Schäre vor Ørland befindet sich dieser tiefrote, achteckige Leuchtturm Kjeungskjær, der über einen viel befahrenen Schifffahrtsweg im Bjungfjord wacht. Er wurde 1880 erbaut und ist 20 Meter hoch. Der Turm hilft Fischern und Seereisenden, auf dem richtigen Kurs zu bleiben, während Sie sich dem Punkt nähern, an dem der Trondheimsfjord in die Nordsee mündet. Erst im Jahr 1987 wurde der Betrieb automatisiert, bis dahin war der Leuchtturm dauerhaft besetzt, da das schlechte Wetter tägliche Reisen zum Festland unmöglich machte. Der Leuchtturmwärter lebte hier mit seiner Familie und manchmal wohnte auch ein Privatlehrer im Leuchtturm, der die Kinder des Leuchtturmwärters unterrichtete.

An diesem Tag gibt es viele Regenbogen zu sehen, mal ist einer zum Greifen nah, mal wiederum weit entfernt. Eine Frau fällt mir auf, die ihre Arme hebt und sich in Richtung eines besonders schönen Regenbogens mehrmals verneigt, als bete sie ihn an. Mir fällt ein, dass der Regenbogen für manche Menschen die Liebe Gottes zu den Menschen symbolisiert...


Fast bin ich froh, dass es gegen vier Uhr dämmert und die Sonne untergeht. Wenn es dunkel ist, verpasse ich wenigstens nichts mehr, wenn ich reingehe. ;o)

Um 18 Uhr findet auf Deck 8 ein Polarkreis Wettbewerb statt. Morgen Früh werden wir den Polarkreis überqueren und jeder darf beim Reiseleiter Marco mitraten, um welche Uhrzeit das passiert. Ich gebe brav unsere Tipps (meiner lautet 7:57 Uhr) ab und bin gespannt auf morgen.

Gegen 19 Uhr finden wir uns im Restaurant ein und geniessen wieder ein fantastisches Menue (statt des Schweinenackens hatten wir allerdings Gefügelkeule):

SELBU BLÅ” AUS SØR-TRØNDELAG

mit Salat, Trauben, Mandeln,Walnüssen und Moltebeersirup

GEBRATENER NORWEGISCHER SCHWEINENACKEN

marinierter Rotkohl, Bratkartoffeln und Gewürzbrühe

TJUKKMELK”-PUDDING

Traditionelle Milchspeise aus dem Røros Gebiet mit Waldbeerenkompott


Um kurz vor neun Uhr legen wir in Rørvik an. Direkt neben uns liegt die MS Vesteralen im Hafen, die unterwegs ist in Richtung Bergen.

Wir haben die Wahl: Entweder wir vertreten uns die halbe Stunde, die unser Schiff vor Anker liegt, an Land die Füße oder wir schauen uns das andere Postschiff an Bord an. Wir entscheiden uns für ersteres und verlassen die Midnatsol in Richtung eines Gebäudes, das wir schon beim Einlaufen in den Hafen von weitem gesehen haben. Es handelt sich um das beeindruckende Küstenmuseum Norveg, das ein architektonischer Meilenstein Norwegens ist und direkt am Wasser 2004 eröffnet wurde. Die Dachflächen sind wie Segel gestaltet und so großartig beleuchtet, dass mir, als wir um die Ecke biegen, kurz der Atem stockt. Direkt vor dem Museum hat sich eine riesige Pfütze gebildet, in der sich das Gebäude fast komplett spiegelt. Da hat man sein Stativ einmal nicht dabei und dann sowas! Ich bedaure das jedoch nur ganz kurz, drücke meinem überraschten Papa meinen Fotorucksack in die Hand und laufe so schnell es geht mit einem "Bin sofort wieder da!" zurück auf's Schiff, um die Panne auszubügeln. Als ich zurückkehre, habe ich noch genau zwölf Minuten Zeit, bis das Schiff wieder ablegt. So schnell habe ich noch nie ein Stativfoto geschossen und das ist das erfreuliche Ergebnis:

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Kommentare: 6
  • #1

    Anne H. (Dienstag, 10 November 2015 22:09)

    Liebe Britta,
    ich bin ganz berauscht von deinen fantstischen Fotos.
    Diese Farbtupfer (Häuser) in so großartiger Kulisse - wunderschön. Darüber die Wolken und Regenbogen.
    Ja, Norwegen ist auch mein Traumland.
    Du hast meine Verzauberung (von vor 40 Jahren) aktiviert.
    Nun kann ich Otmar über deine Fotos evtl. mit dem Virus anstecken...
    und hoffen, das wir bald hinreisen.
    Auch die Kargheit am Polarkreis ist mir noch in guter Erinnerung. Die Lofoten, so lieblich.
    Danke für die schöne Reise.

  • #2

    birgit (Dienstag, 10 November 2015 23:23)

    Der Spurt zum Schiff und zurück hat sich echt gelohnt! Ein super Bild.
    Aber mit den beiden Bildern, vom Leuchtturm, willst Du uns wohl auf den Arm nehmen, von wegen innerhalb weniger Minuten;-)
    Danke

  • #3

    Luise B. (Mittwoch, 11 November 2015 09:14)

    Traumhafte Fotos von einer wunderschönen Landschaft. Es erinnert mich an meinen bisher einzigsten Norwegen Urlaub vor 36 Jahren. Diese Rundreise fiel jedoch etwas kleiner aus :-) Bin tief beeindruckt von den Fotos und dem Land, weil es so einzigartig ist. Weiter so, ich freu mich schon auf den nächsten Blogg.

  • #4

    BrittaL (Mittwoch, 11 November 2015 11:28)

    Lieben Dank für Eure tollen Kommentare!
    @birgit: Das erste Foto vom Leuchtturm entstand exakt um 14:47 Uhr, das zweite um 14:49 Uhr ;o) Ich war beim Sichten der Fotos selbst über den Unterschied überrascht! Gerade das aber macht für mich den besonderen Reiz dieser Reise aus :o)))
    Liebe Grüße!

  • #5

    Brita (Mittwoch, 09 Dezember 2015 10:25)

    Ein wunder, wunderschönes Reisealbum an dem du uns dran teilhaben lässt. Danke dir dafür!

    Gruß Brita (mit "1t")




  • #6

    susa (Montag, 25 Januar 2016 21:27)

    wunderschöne Fotos im Blog!!
    LG susa