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Braun-weisse Hinweistafeln an der Autobahn

Sehenswürdigkeiten am Strassenrand

Einfach mal anhalten! Lass dich von den Touristischen Unterrichtungstafeln  inspirieren, die entlang der Autobahn für regionale Sehenswürdigkeiten werben!

Wilhelmsdenkmal bei Porta Westfalica

Bist du auch schon mal auf die großen braun-weißen Hinweisschilder aufmerksam geworden, die ab und zu  entlang der Autobahn stehen? Besonders nett finde ich den offiziellen Begriff "Touristische Unterrichtungstafel", typisch Amtsdeutsch. Die Schilder wollen uns Verkehrsteilnehmer auf touristische Ziele wie etwa Baudenkmäler, besondere Landschaften, Kulturstätten und mittlerweile auch Naturparks hinweisen.

Ich habe mal ein wenig recherchiert, was es mit ihnen so auf sich hat.

 

Die braun-weißen Schilder werden mittlerweile international verwendet. Erste touristische Schilder gab es im damaligen Westdeutschland bereits in den 1950er Jahren. So wie man sie bis heute kennt, gibt es sie allerdings erst seit dem Jahr 1983, als das erste der Schilder mit Hinweis auf Burg Teck in Baden-Württemberg aufgestellt wurde. Man hat sich die Schilder bei den Franzosen abgeschaut, die schon seit einigen Jahren mit ihnen Erfahrungen gemacht hatten.

Erst im Juli 1988 gab es einen Erlass, der festlegte, dass die braun-weißen Hinweischilder im Mindestabstand von 20 km zueinander entlang der Autobahn aufgestellt werden und keinen Wegweiser beinhalten durften. Interessant ist auch, dass es kein Zentralregister von ihnen gibt. Es ist nicht mal bekannt, wieviele dieser Schilder existieren, geschätzt sind es bundesweit mehr als 3400.

Allerdings erarbeitet Wikipedia gerade eine Liste der Schilder an den verschiedenen Autobahnen:

 

Wikipedia - Liste der Unterrichtstafeln in Deutschland

 

Touristische Unterrichtungstafel - Piktogramm von Arnsberg an der A46


Historischer Stadtkern Arnsberg - Schild an der A46


Schloss Bückeburg - Schild an der A2

Vor einiger Zeit befand ich mich auf dem Rückweg von einem Besuch bei meiner Tochter in Hannover auf der A2. Ich war schon früh unterwegs und fuhr an einem dieser Schilder vorbei. Es wies auf ein Schloss Bückeburg hin. Spontan verliess ich die Autobahn, ich hatte noch den ganzen Tag Zeit, und folgte dem Schild nach Bückeburg, einen Ort, in dem ich noch niemals war. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt!

Schloss Bückeburg besteht aus drei fast im Kreis stehenden eindrucksvollen Gebäuden. Ganz spontan nahm ich an einer Führung durch das Schloss teil, die sich als absolutes Highlight herausstellte. Für die Altstadt, die sich direkt anschließt, sollte man sich ebenfalls Zeit mitbringen.

Speziell Lost Place Fans kommen auf ihre Kosten. Es werden durch einen Teil des Schlosses spezielle Lost Place-Führungen angeboten. Über ein Jahr nach meinem ersten Besuch Bückeburgs habe ich an einer solchen Führung teilgenommen. Die Fotos geben einen kleinen Eindruck wieder, besonders die Details haben es mir angetan. Ein Lost Place, wie man ihn vielleicht vorher erwartet, ist es meiner Meinung zwar nicht, beim Dachboden handelt es sich eher um eine Lagerstätte. Aber das was dort gelagert wird, ist schon sehr reizvoll! Auch die Schlosskapelle ist beeindruckend in ihrer goldenen Pracht.

Im Dezember wird dort ein prächtiger Weihnachtsmarkt veranstaltet, sicher auch eine lohnende Veranstaltung.

 

HIER gibt es mehr Informationen zum Schloss Bückeburg.

 

Wilhelmsdenkmal - Schild an der A2

Eine zweite Touristische Unterrichtungstafel an der A2 brachte mich am gleichen Tag nach Porta Westfalica zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Es liegt auf dem 280 m hohen Wittekindsberg und bietet eine grandiose Aussicht auf Porta Westfalica und die Umgebung.

Burg Vischering - Schild an der A1

Burg Vischering

Wie oft bin ich schon am braun-weissen Schild Burg Vischering an der A1 in Richtung Münster vorbei gefahren, immer mit dem Gedanken: Ach ja, da wolltest du doch immer schon mal hin! Ende November hatte ich Urlaub und wegen Corona nichts weiter geplant. Der nächste Tag versprach sonnig und angenehm warm zu werden. Ich wollte meinen Sohn in Münster besuchen, er war aber erst am Spätnachmittag zu Hause. Ich fuhr trotzdem schon morgens los, um einen Tag in Münster zu verbringen. An der Autobahn sah ich dann wieder das Hinweisschild und fuhr spontan bei Ascheberg von der Autobahn ab.

 

Infos Burg Vischering

Vielleicht schönste Wasserburg des Münsterlands

Burg Vischering ist eine zauberhafte Wasserburg im Münsterland. Schaut man von oben auf sie herab, wirkt sie so rund wie ein Schneckenhaus. Die rund gebaute Hauptburg liegt mitten in einer Teichanlage im Norden des Städtchens Lüdinghausen.
Im 13. Jahrhundert, als die Burg ihren heutigen Namen noch nicht trug, wurde sie vom Bischof von Münster, Gerhard von der Mark, an den Ritter Albert von Wulfheim weitergegeben. Dieser sollte die Interessen des Bischofs gegenüber den Besitzern der Burg Lüdinghausen, Hermann und Bernhard von Lüdinghausen, die in unmittelbarer Nähe liegt, vertreten. Der Name Vischering kam erst im 14. Jahrhundert auf. 250 Jahre lang widerstand die Burg Vischering allen Angriffen.

 

So nutzte ich den schönen Tag für einen Schlösser- und Burgentag. In der Nähe der Burg Vischering liegt nur einen Spaziergang entfernt die Burg Lüdinghausen und nur zehn Autominuten entfernt Schloss Nordkirchen.

 

Burg Lüdinghausen

Gleich in der Nachbarschaft der Burg Vischering zu finden

Die Renaissanceburg bietet Räume, die für Veranstaltungen und Tagungen gemietet werden können. Der neben der Burg gelegene Parc de Taverny lädt zum Spazieren ein, er verbindet die beiden Burgen Vischering und Lüdinghausen.

Schloss Nordkirchen

Das Versailles von Nordrhein-Westfalen

Als ich vom "Westfälischen Versailles" hörte, hielt ich diesen Vergleich zunächst für übertrieben, denn wer könnte sich ein solches Anwesen im Münsterland leisten? Schloss Nordkirchen belehrte mich jedoch eines besseren. Dieser Prachtbau ist groß..., eher riesig. Die dazu gehörigen Parkanlagen ebenso. Es soll hier 23 Alleen geben und 385 Skulpturen. Über 30 Jahre wurde an dem Anwesen gebaut, Fürstbischof Ferdinand von Plettenberg erschuf sich seinen Wohntraum und verschuldete sich hoch dafür. 1734 war sein Schloss fertig gebaut, drei Jahre später starb er. Der Nordkirchener Schlossgarten gehörte und gehört zu den berühmtesten Gärten in ganz Europa.

Infos

Es werden Schlossführungen angeboten (wegen Corona zur Zeit leider nicht), die sich lohnen!

Ich hoffe, ich habe dir ein wenig Lust gemacht, mal einer Touristischen Hinweistafel zu folgen und die Autobahn für einen spannenden Ausflug zu verlassen. Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" nutze deine freie Zeit und lass dich überraschen. Diese Denkmäler, Burgen und Schlösser sind allemal einen Besuch wert!

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