Grand Canyon - Helicopter and South Kaibab Trail

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"Heben Sie ab und sehen Sie den atemberaubenden Grand Canyon aus der Luft. Fliegen Sie mit dem Helikopter über den üppigen Kaibab National Forest und durch den breitesten und tiefsten Teil des Canyons!"

Das verspricht die Firma Papillon, die mit ihren Helicoptern von Tusany aus den Grand Canyon überfliegt. Schon Wochen vorher buchte ich diesen Flug um 10 Uhr morgens und sicherte mir die $50 teure Option auf einen Platz in der ersten Reihe. Ich bin pünktlich dort und die Dame am Schalter notiert nochmals meinen Wunsch, vorne sitzen zu dürfen. Allerdings unter Vorbehalt, denn jeder Fluggast wird zunächst gewogen. Auf Grund des Gewichtes wird erst entschieden, wer wo im Helicopter Platz nehmen darf. Wir nehmen alle auf den Sofas platz und schauen uns einen Film an, der uns über die Sicherheitshinweise aufklärt. Dann wird es endlich Ernst und wir werden aufgerufen. Ich habe Glück: Ich bekomme Platz Nr.1 direkt neben dem jungen Piloten, der wahnsinnig gut aussieht. Ich könnte heulen vor Freude (wegen des Sitzplatzes natürlich)!

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Im Helicopter befinden sich inklusive dem Piloten acht Personen, vier vorn und vier hinten. Jeder bekommt einen Kopfhörer aufgesetzt, der die lauten Fluggeräusche ausblendet. Als wir losfliegen, läuft ein Programm ab. Ein Sprecher erzählt uns einiges zum Grand Canyon und zu Papillon und immer wieder ertönen emotionale Songs. Als wir über die Südkante des Canyons fliegen, singt Coldplay einen meiner Lieblingssongs: "A sky full of stars". Sofort schießen mir die Tränen in die Augen...das ist ein sehr emotionaler Moment für mich! Der Pilot schaut mich besorgt von der Seite an und fragt mich, ob alles in Ordnung sei. Wie peinlich...aber irgendwie auch nett... ;)

Der ganze Flug dauert fast eine Stunde und ist traumhaft. Der Pilot war leider nicht dazu zu bewegen, mit uns durch den Canyon zu fliegen anstatt "nur" darüber...keine Chance, denn das ist schon seit Jahren nicht mehr erlaubt.

In der Ferne sehe ich einen weiteren Hubschrauber über dem Canyon schweben und ein kleines Flugzeug macht über uns die Runde.

Die folgenden drei Filmchen laufen (wie auch schon der Abflug) in doppelter Geschwindigkeit ab...ich bitte das Gewackel, das ab und zu auftritt, zu entschuldigen. Es war nicht so leicht, die Hand ruhig zu halten ;-)

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Nach erfolgreicher Landung fahre ich wieder zurück zum Canyonrand. Jetzt fehlt mir noch einen Gang in den Canyon und eine Raftingtour auf dem Colorado River durch den Canyon ;-D

Ich wäre sehr gerne in den Canyon hinunter gewandert, aber das war leider nicht möglich. An einem Tag rauf und runter zu wandern überlasse ich lieber anderen Leuten...

Und die Möglichkeiten, unten im Canyon zu übernachten, sind begrenzt. Entweder man ergattert ein Bett in der Phantom Ranch, dafür muss man sich allerdings schon mindestens 9 Monate vorher anmelden, oder man schleppt Zelt und Schlafsack mit hinunter. Da hatte ich nun auch nicht so recht die Lust drauf, denn das ganze muss ja am nächsten Tag die 1600 Höhenmeter wieder raufgeschleppt werden! Die dritte Möglichkeit ist, eine Muli Tour zu buchen. Aber erstens ist auch das nicht gerade billig und zweitens waren auch diese Touren schon alle ausgebucht. Für die mehrtägige Raftingtour durch den Grand Canyon fehlt mir die Zeit, das wird ein Extraprojekt werden...;-)
Diesen Nachmittag nutze ich also für eine Teilwanderung auf dem South Kaibabtrail. Ich werde ihn bis zum Cedar Ridge hinunterlaufen und dann umkehren.
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Beginnend beim Yaki Point führt er auf 2,4 km und 350 Höhenmeter bis zum Cedar Ridge nach unten. Der aufwendig gebaute Trail windet sich entlang einer Rippe talwärts wodurch sich stets wechselnde Blicke in das Tal ergeben. Das eine Mal komme ich an in der Hitze arbeitenden jungen Leuten vorbei, die dabei sind, den Trail auszubessern. Ein anderes Mal kommt mir von unten ein Muli Treck entgegen. Irgendwann fällt mir am Wegesrand ein Felsen auf, in dem versteinerte Fußspuren eines kleinen Tieres zu sehen sind, eines Squirrels?

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Nach etwa einer halben Stunde erreichte ich den Ooh Aah Point. Hier ist der Name Programm! Man kann gar nicht anders als Ooh und Aah zu rufen, so großartig ist die Aussicht über die Landschaft.

Die Felswände geben zum ersten Mal die Aussicht in den Canyon nach Osten frei. Der Blick fällt auf den O'Neill Butte (rechts hinten) und unter mir schlängelt sich der Trail entlang. Es wimmelt vor Menschen, die alle nach dem besten Platz suchen, um ihr Selfie zu machen...

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Weiter geht's hinab. Auf dem Trail bin ich wieder relativ alleine, nur ab und zu kommen mir Leute entgegen. Das Cedar Ridge ist eine große Felsplattforn, hier stehen zwei kleine Plumsklos, Trinkwasser gibt es nicht, aber ich habe genug dabei. Am liebsten würde ich weiter wandern, allerdings muss ich ja auch alles wieder hochlaufen und möchte vor der Dämmerung wieder am Rand zurück sein. Also kurze Pause und dann mache ich mich wieder an den Aufstieg.

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Es ist jetzt fast halb vier, als ich mich dem South Rim wieder nähere und das Licht wird immer besser. Der Rückweg eröffnet neue Blicke in die Landschaft...

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Der Shuttlebus bringt mich wieder zum Visitor Center zurück. Am Rand  der Straße stehen immer wieder Rehe (die amerikanische Version – etwas grösser als bei uns und mit riesigen Ohren), die sich nicht stören lassen.

Am Visitor Center kaufe mir ein Stück Schokoladenkuchen und einen großen Kaffee, suche mir ein schönes Plätzchen und ich setze mich eine Zeitlang in die Sonne.

Als diese tiefer steht, fahre ich nochmal zum Yaki Point, um ein weiters Mal den Sonnenuntergang am Grand Canyon zu genießen. Ein kleiner und äußerst niedlicher Squirrel sitzt mir zu Füßen am Rand des Canyons und genießt sichtlich die letzten warmen Sonnenstrahlen.

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Heute verzichte ich auf den Mondaufgang. Zum einen geht er heute wesentlich später auf und der Bus würde heute nicht wie gestern warten. Zum anderen können die Bilder heute gar nicht besser werden als gestern...

Zurück auf dem Campground sehne ich mich nach eine heißen Dusche und halte direkt beim Wasch/Duschsalon nahe des Eingangs. Hier herrscht reger Betrieb, aber es sind genug Duschen frei. Und jetzt wirds spannend...

Erst, als ich mich schon ausgezogen habe und das Wasser anstellen will, sehe ich so einen komischen Kasten über der Bank hängen. Hmmm...ein Zettel mit $2 klebt noch so halb dran. Ich suche zwei Eindollarnoten aus meiner Tasche und versuche, sie da irgendwie reinzuschieben, klappt aber nicht. Jetzt wird mir langsam richtig kalt und ich ziehe mich erstmal wieder halb an. Über meiner Duschkabine erscheinen garantiert erste Rauchschwaden, die ich beim intensiven Nachgrübeln verströme. Oh Mann, wie peinlich! Irgendwann gebe ich auf und suche mir Hilfe bei einer äußerst netten Dame, die hier anscheinend die Aufsicht hat. Sie lacht sich scheckig und ich lache mit, was bleibt mir übrig. Sie kennt das Problem, das Europäer hier mit diversen Geldautomaten haben. Ich muss meine Dollarnoten zuerst in einem Wechselautomat in Quarter verwandeln, dann acht Stück senkrecht in die Schlitze stellen und die Schiene mitsamt der Quarter ruckizucki reinrammen. Das gelingt mir nicht gleich auf Anhieb, das Ding ist alt und widerspenstig. Fluchend sammel ich die Münzen von Bank und Boden auf und im dritten Anlauf klappt es dann endlich. Heißes Wasser, herrlich!

 

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