Grand Canyon - my dream come true

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Der Grand Canyon...

wie lange schon träumte ich davon, an seinem Rand zu stehen und über seine Größe und Naturgewalt zu staunen. Jetzt ist es endlich soweit!

Gleich früh am Morgen gönne ich mir von meinem Hotel in Las Vegas aus ein Yellow Cab und lasse mich zu Jucy RV Rentals bringen. Mein grüner Laubfrosch wartet bereits auf mich, frisch gewaschen, aber noch ohne Geschirr und Bettzeug. Die junge Frau, die sich kümmert, fährt nochmal auf das Gelände, um alles einzuladen (zumindest sagt sie das), weist mich in den Jucy ein und los gehts!

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Zuerst mal nach Walmart, um diverse Sachen und Nahrungsmittel einzukaufen. An der Walmartkasse brauche ich viel Zeit und Geduld! Alles wird sorgsam gescannt und ALLES wird mit Hilfe eines Plastiktütenkarussels in Plastiktüten verpackt. Ab und zu wage ich einzuwenden, dass ich das Plastik gar nicht haben will, aber entweder ist die Dame taub oder sie will mich nicht verstehen. Als sie die Sechserpacks Wasser in Plastikflaschen (geht ja nicht anders), die in Plastik eingeschweißt sind (ist wohl auch nötig) auch noch in eine Plastiktüte wurschtelt und noch zwei weitere drum herum zieht (weil, sonst hälts ja nicht!) gebe ich resigniert auf. Was für ein Müll! Ich schiebe den randvoll über und über mit Plastik bestückten Einkaufswagen (ich war so geschockt, dass ich vergessen habe, ein Foto zu machen ;)  zum Auto und packe alles einfach nur wahllos hinein, weil ich endlich los will.

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View point at Highway 40: Hualapai Peak

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420 km sind es von Las Vegas bis zum Mather Campground bei Grand Canyon Village. Die Landschaft gestaltet sich mal flach, mal bergig. Hin und wieder fahre ich an einer Tankstelle vorbei, die sich durch aufeinanderfolgende riesige Werbetafeln neben dem Highway ankündigt. Ich hatte eigentlich vor, einem Stück der Route 66 zu folgen, aber leider hat das Einkaufen viel zu viel Zeit gebraucht. Ich entschließe mich, zügig bis zum Ziel durchzufahren. Als es zu dämmern beginnt, bietet sich ein wunderbares Bild: Ein riesiger Vollmond geht über den Bergen auf! Und natürlich gibt es keine Parkbucht an der Straße, geschweige denn einen Parkplatz. Also fahre ich die nächste Abfahrt auf gut Glück ab, um ein Foto vom Mondaufgang zu schießen.

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Abends gegen 21 Uhr erreiche ich den Campingplatz und bin froh, 2 Nächte reserviert zu haben, denn der Platz ist rappelvoll. Die erste Nacht im Auto...ich kurbel das Dachzelt hoch und suche vergeblich nach dem Bettzeug, es ist keins da! Die junge Frau hat vergessen, es ins Auto zu packen...na immerhin befindet sich das Geschirr im Auto.

Es ist schon ziemlich kalt und die Temperatur wird im Laufe der Nacht noch weiter sinken. Ich entscheide mich, im Auto zu schlafen. Also kurbel ich das Dachzelt wieder runter, was sich aber als sehr schierig erweist. Das Oberteil kommt zehn Zentimeter hinter dem Unterteil herunter und ich brauche bestimmt eine verfluchte halbe Stunde samt Ruckeln, Zerren, Drücken und Ziehen, um das Ding komplett zu schließen. Dabei müssen die Dachzeltwände rundherum ständig nach innen reingestopft werden. DAS mache ich garantiert nicht jeden Tag aufs Neue!

Zum Glück habe ich wegen der möglichen nächtlichen Minusgrade den Schlafsack meiner Tochter mitgenommen, der jetzt meine Rettung ist. Und ich habe zwei kleine Kissen dabei, die eingewickelt in ein großes Tuch ein gutes Kopfkissen abgeben. Ich bin k.o. und schlafe wie ein Stein.

 

Als es dämmert, wache ich auf und stehe vor der Wahl mich nochmal umzudrehen oder zur Kante des Canyons zu gehen. Die Versuchung für ersteres ist groß, aber so schnell komme ich nicht mehr her, also raus aus den Federn!

Die Hermit Road entlang der Südkante des Grand Canyon kann nur in einem Bus befahren werden, der um sieben Uhr morgens das erste Mal losfährt.

Ich möchte jedoch schon zu Anfang einen Blick auf den Canyon werfen und gehe einen langen von Steinen eingefassten Weg entlang zu Fuß zur Kante...und dann liegt er da, der Grand Canyon. Die Sonne ist schon aufgegangen, teilweise liegt er im Gegenlicht und ist beeindruckender, als man ihn sich vorher vorstellt, ein Traum!

Ich laufe bis zum Hopi Point. Das Licht ist großartig und ich versuche, den Colorado River in der Tiefe zu finden.

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Dann steige ich in den Bus und fahre bis zum nächsten Aussichtspunkt. Der Busfahrer ist gut gelaunt und erzählt einiges zum Nationalpark. Hier am South Rim des Geländes stürzen die Felswände unvorstellbare 1600 Meter in die Tiefe. Über Millionen von Jahren hat der Colorado River das riesige Felsplateau, das mal ein Meeresboden war, stetig ausgehöhlt (in 1000 Jahren jeweils 15 cm). 450 Kilometer lang ist diese Schlucht, die Entfernung zwischen South Rim und North Rim beträgt an der engsten Stelle 16 Kilometer.

Jedes Jahr steuern Millionen von Touristen diesen Park am South Rim an, daher ist der private Autoverkehr auf bestimmten Straßen verboten. Stattdessen pendeln kostenlose Busse auf zwei Routen, West-Rim-Route und Village-Loop-Route, hin und her.

Am Mohave Point steige ich wieder aus dem Bus aus und genieße auch hier die fantastische Aussicht. Mittlerweile sind immer mehr Leute unterwegs, aber noch sind keine Tagestouristen hier eingefallen.

Vor Millionen von Jahren grub der Colorado River diese 450 Kilometer lange und 1,6 Kilometer tiefe Schlucht durch das Colorado-Plateau in Arizona. Während die durchschnittliche Breite des Canyons knapp 16 Kilometer beträgt, ist er an manchen Stellen fast 30 Kilometer breit.
Am Südrand des Geländes stürzen die Felswände 1600 Meter in die Tiefe. Über Millionen von Jahren hat der Colorado River das riesige Felsplateau stetig ausgehöhlt. Pro 1000 Jahre 15 Zentimeter Gesteinsmaterial. Tektonische Plattenverschiebungen haben zusätzlich mitgeholfen, diesem Teil der Erde ein so dramatisches Aussehen zu verpassen.
Am Südrand des Geländes stürzen die Felswände 1600 Meter in die Tiefe. Über Millionen von Jahren hat der Colorado River das riesige Felsplateau stetig ausgehöhlt. Pro 1000 Jahre 15 Zentimeter Gesteinsmaterial. Tektonische Plattenverschiebungen haben zusätzlich mitgeholfen, diesem Teil der Erde ein so dramatisches Aussehen zu verpassen.
Am Südrand des Geländes stürzen die Felswände 1600 Meter in die Tiefe. Über Millionen von Jahren hat der Colorado River das riesige Felsplateau stetig ausgehöhlt. Pro 1000 Jahre 15 Zentimeter Gesteinsmaterial. Tektonische Plattenverschiebungen haben zusätzlich mitgeholfen, diesem Teil der Erde ein so dramatisches Aussehen zu verpassen.Am Mohave Point steige ich wieder aus. Das Licht ist  großartig und ich versuche, den Colorado River in der Tiefe zu finden.

Müdigkeit und Hunger holen mich nun ein und ich fahre mit dem nächsten Bus zurück zum Campground. Mein Platz ist wunderschön unter den Bäumen gelegen, alle Plätze sind hier so traumhaft!

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Auf dem im Auto fest installierten Gaskocher setzte ich schon mal einen Kessel mit Wasser für den Kaffee auf...das heißt ich versuche es! Denn leider funktioniert er nicht richtig. Die kleine Gasflasche rastet nicht hundertprozentig ein und ich kämpfe so lange mit ihr, bis endlich eine Flamme zustande kommt. Dieses Problemchen wird mich in den nächsten Wochen begleiten, mal funktioniert die Platte, mal nicht...Der zweite transportable Gaskocher funzt zum Glück problemlos und in der Pfanne brate ich das Toast.

Als ich so beim Frühstück sitze, krabbeln meine Platznachbarn ebenfalls aus ihrem Auto. Witzigerweise sind sie ebenfalls mit einem Jucy unterwegs, allerdings von Los Angeles aus. Ich werde ganz neidisch, als ich sehe, dass der junge Mann einfach auf einen Knopf drückt. Wie von Zauberhand schließt sich die Dachkabine ohne Probleme und das in ganz kurzer Zeit...ich habe eindeutig das falsche Auto!

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Den restlichen Vormittag brauche ich dafür, meine Klamotten und die Lebensmittel sinnvoll im Auto zu verteilen. Zwei große schwarze Plastikschüsseln von Walmart dienen mir als Kleiderschrank und passen perfekt unter die umgeklappte Bank mit der Schlafmatraze. Mittags gibt es Spaghetti Bolognese.

Am frühen Nachmittag fahre ich nach Tusayan, um vielleicht doch irgendwo noch Bettwäsche zu finden, vergeblich. An einer Tankstelle bekomme ich immerhin für $17 eine dünne Fleecedecke.

Auf der anderen Strassenseite befindet sich das Grand Canyon Imax Kino im National Geographic Visitor Center. Ich ergattere für die nächste Vorstellung spontan eine Eintrittskarte und bereue es nicht!

Es gibt für jeden den passenden Audioguide und man sitzt in einem riesigen Kino vor einer gigantischen Leinwand. Der 3D Film führt uns durch die Geschichte des Grand Canyon. Er erzählt von den geheimnisvollen Anasazi, die den Grand Canyon vor 4.000 Jahren bewohnten, bis hin zu Major John Wesley Powell, der 1869 den unerforschten Canyon und den reißenden Colorado River herausforderte. Genial sind die Sequenzen, in denen wir wie ein Condor

über den Rand und in den Canyon hinein fliegen oder im Boot sitzen und uns mit Powell durch die Fluten des Colorado River kämpfen.

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Am Spätnachmittag bringt mich das Busshuttle wieder zum Hopi Point, hier soll man eine besonders gute Sicht auf den Canyon bei Sonnenuntergang haben. Es ist absolut faszinierend, wie unterschiedlich sich der Garnd Canyon präsentiert. Während die Sonne sich dem Horizont nähert, werden die Farben immer intensiver. Die Schatten kriechen empor und sorgen für immer größere Kontraste. Ich stelle mein Stativ auf und richte mich ein. Der Aussichtspunkt füllt sich langsam aber sicher mit Menschen und neben mir unterhält sich plötzlich ein Pärchen auf Deutsch. Sie haben ein Fernglas dabei und beobachten einen Vogel, der weit oben am Himmel in unsere Richtung fliegt. Gerade als ich denke, es könnte ein Adler sein, sagt die junge Frau neben mir während sie durch das Fernglas schaut: "Ich glaube, das ist ein Condor!" Jetzt schaue ich genauer hin und mir fällt ein, dass ja hier unten im Felsen ein Condorpaar leben soll...

Mit dem Tele schieße ich einige Aufnahmen, zoome hinein ins Bild und sehe, es ist tatsächlich ein Condor, wow!

Wir freuen uns gemeinsam wie bolle...

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Es ist faszinierend, wie intensiv die tief stehende Sonne die Felsen in der Tiefe zum Leuchten bringt. Wir können uns gar nicht satt sehen...es ist traumhaft schön! Die Bilder können nur Bruchteile dieses Schauspiels der Natur wiedergeben.

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Als die Sonne untergegangen ist, wird es richtig kalt. Nach und nach leert sich der Hopi Point, ich bleibe mit wenigen Fotografen zurück. Wir warten auf den Mond, der heute noch im Nordosten aufgeht. Ich bin total gespannt, ob er wieder so groß am Himmel erscheint wie gestern. Der Himmel färbt sich intensiv rosa und das Licht ist jetzt anders, aber immer noch fantastisch! Als sich das Rosa langsam aber sicher immer weiter nach oben schiebt und dann verblasst und verschwindet, werden wir ungeduldig. Der Mond lässt sich heute mehr Zeit als am Tag zuvor... Dann taucht er plötzlich auf und leuchtet fast orange über die Kante des Grand Canyons. Mittlerweile ist die Landschaft in viele Blau- und Lilatöne getaucht, es ist einfach nur ein Traum. Wir freuen uns gemeinsam und genießen das Schauspiel...

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Kommentare: 5
  • #1

    Anne Hermanns (Freitag, 26 Januar 2018 17:04)

    Liebe Britta!
    Wunderschön Deine Fotos von dem Riesenloch... ich habe auch schon dort gestanden. Du bist unglaublich mutig, diese Reise so ganz allein anzugehen.
    Das das bist DU!!!
    Herzliche Grüße,
    Anne

  • #2

    Heike Schlösser (Freitag, 26 Januar 2018 18:55)

    Liebe Britta,
    ich bin mal wieder sprachlos!!!!!!!!! Wunder, wunderschöne Aufnahmen, so einiges erinnert mich an Namibia, meine Tour durch den Süden, dieses Farbenspiel. So ein Geschenk das alles erleben zu dürfen und den Mut zu haben. Dein Auto hatte ja die perfekte Ausstattung, danke dass wir wieder teilhaben dürfen!

  • #3

    Jule (Sonntag, 28 Januar 2018 10:22)

    Wahnsinn... Ich bewundere deinen Mut für diese Art der Reiserei!!!! Du bist der Knaller und Bericht und Bilder wieder ein Traum Danke!!!!
    LG Jule

  • #4

    Horst B (Sonntag, 28 Januar 2018 17:37)

    Sehr beeindruckend !!
    Der Canyon und wie Sie ihn ins Bild/Licht gesetzt haben.
    Super schöne Fotos und ein klasse Bericht.

    Herzlichen Dank für's Teilhaben lassen - wir haben uns sehr gefreut.

    LG Horst B

  • #5

    Hannah (Dienstag, 06 Februar 2018 20:43)

    Wow!