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Skydive - Grand Canyon im freien Fall

Fallschirmsprung über dem Grand Canyon

Paragon Tandem-Fallschirmsprung - Infos und Erfahrungsbericht

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Ich habe es tatsächlich gewagt: einen Tandem-Fallschirmsprung!

 

Wollte ich schon immer mal ausprobieren, hat aber nie wirklich im Vordergrund gestanden. Nun das zweite Mal in den USA und an meinem Lieblingscanyon, dachte ich: "Jetzt oder nie!" Den Termin habe ich von zu Hause aus vorgebucht, damit nix dazwischen kommt... absagen kann man vor Ort ja immer noch (war bis zu 24 Stunden vorher ohne Probleme kostenlos möglich). Meiner Familie habe ich es verheimlicht, was mir nicht leicht fiel, aber zu ihrem "Schutz" diente. Sie hätten sich alle wahnsinnige Sorgen um mich gemacht.

 

Und der Skydive war tatsächlich eines der verrücktesten Sachen, die ich je gemacht habe, und den ich aus bestimmten Gründen (siehe unten) nicht wiederholen werde. Er war großartig und wird einmalig bleiben!

 

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Infos

Was: Tandem Skydive

Wann: 22.09.2019 morgens um 9:00 Uhr (theoretisch), 13:00 Uhr (tatsächlich)

Gebucht über: TripAdvisor

Kosten: 273€ (ohne Filmpaket - Fotos und Filme kosten extra)

Wo: Grand Canyon National Park Airport

Firma: Paragon Skydive

Mein Tandemguide: Troy

 

So war's...

Um 9 Uhr sollte das Treffen auf dem Flughafen von Grand Canyon Village am Paragon Schalter sein. Eine super Zeit, da ich danach den Grand Canyon Nationalpark in Richtung Route 66 verlassen wollte. So hätte ich den ganzen Nachmittag Zeit für die Fahrt zum nächsten Ziel, dem Hualapai Hilltop. Das war jedenfalls der Plan...

 

Am Abend vorher bekam ich eine Email, in der Paragon freundlich anfragte, ob man den Sprung auf 11 Uhr verschieben könnte, es sei doch noch sehr kalt um 9 Uhr. Na gut, dachte ich, ist zwar nicht so toll, aber die zwei Stunden später sind jetzt kein Drama, frieren tut keiner gern. Pünktlich um 10:45 Uhr war ich am Airport und wartete. Eine junge Frau und ein junger Mann trafen ein und eine Weile später entschuldigte sich die junge Dame, es täte ihr sehr leid, aber der Pilot hätte eine Autopanne und könne nicht vor 12 Uhr hier sein, na super. Um 13 Uhr war er immer noch nicht da, ihr könnt euch vorstellen, das war kein schönes Gefühl. Erstens lief mir die Zeit davon, vier Stunden waren jetzt schon vergeudet und zweitens war ich vor dem ersten Fallschirmsprung meines Lebens sehr aufgeregt und die Warterei machte das nicht besser. Irgendwann war er aber dann doch endlich da und es konnte losgehen.

 

Troy war mein Tandempartner und er war ein Profi! Er war witzig und erklärte mir alles ausführlich. Ich zog mit die Springerkluft an, dann den Gurt und schon waren wir auf dem Weg nach draußen zum Flugzeug. Es ging alles ziemlich schnell, ab in den Flieger und los. Zu meinem Erstaunen hatte das kleine Flugzeug keine Tür, das war schon ein wenig gruselig. Aber nicht zu ändern, mitgefangen - mitgehangen. Es war toll, den Grand Canyon aus dieser Höhe zu sehen, auch wenn wir uns nicht direkt über ihm befanden, sondern ihn nur in der Ferne liegen sahen. Das war mir allerdings schon vorher klar, der Luftraum direkt über dem Canyon ist für Fallschirmspringer tabu.

 

Meine Aufregung stieg ins Unermessliche und ich fragte mich andauernd, warum tust du das? Bist du eigentlich verrückt? Troy gab das Zeichen für den Ausstieg und rutschte mit mir zum Ausgang, bis ich komplett draußen hing. Bis zum "Zumausstiegrutschen" hätte ich noch einen Rückzieher machen können, aber nö, ich wollte das jetzt zu einem guten Ende bringen. Ich kann euch sagen, ein solcher Sprung ins Nichts ist wirklich nix für Feiglinge! Als wir sprangen, oder besser, als Troy sprang (ich hing ja notgedrungen nur mit dran) machten wir einige Purzelbäume in der Luft und ich kniff vor Schreck die Augen fest zu... bis ich dachte: Mach die Augen auf, du siehst ja gar nix! Also riss ich meine Augen auf und da war er, der Grand Canyon und die Erde, da ganz weit unter uns. Das Fallen war fast wie fliegen, ich beruhigte mich. Irgendwann zog Troy den Fallschirm, es gab den Ruck und ich freute mich auf das sanfte Darniederschweben zum Boden. Aber weit gefehlt!

Kaum war der Schirm auf, da begann Troy auch schon, enge Kurven zu fliegen, immer schön eng im Kreis und steil nach unten. Mein Magen rutschte hoch in meinen Mund, mir wurde so was von schlecht. Als ich Troy nach fünf Runden laut gegen den Wind anschreiend davon informierte, pausierte er kurz und meinte "Sorry", um dann sogleich mit dem steilen Abstieg fortzufahren. Als wir punktgenau landeten, war ich mega erleichtert und musste arg mit meiner Übelkeit kämpfen. Leider hat mir das mein Erlebnis und den Tag ziemlich verdorben, denn die Übelkeit hielt noch bis zum Spätnachmittsg an.

 

Ehrliches Fazit: Der Sprung selber war schon ein großartiges Erlebnis. Hätte ich jedoch vorher von der Verspätung und dem üblen Abgang gewusst, hätte ich den Sprung nicht gemacht!

 

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