Dinosaurier, Cathedral Wash und Horseshoe Bend

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Dieses Foto ist erst am Abend entstanden, als ich es mit knapper Not noch so gerade in der Dämmerung zum Horseshoe Bend schaffte.

Der Tag begann wie immer mit einem Frühstück, bestehend aus Kaffee und Pfannentoast mit NUTELLA! Ja, in einem kleinen Shop unterwegs habe ich tatsächlich ein kleines Glas Nutella gefunden und sofort eingesackt! :-D

Heute werde ich den fantastischen Grand Canyon verlassen und auf der 64 in Richtung Page aufbrechen. Am Dersert View Point mache ich einen Fotostopp, bestaune Aussicht und Watchtower. Der Turm wurde zu Beginn der 30er Jahre von der Architektin Mary Colter erbaut, die ihn als Hommage an die Wachtürme des Anasazi Volks entwarf, das einst in dieser Gegend lebte.

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Ein letztes Mal genieße ich diese fantastische Aussicht in eine einzigartige Natur. Dann mache ich mich auf zum nächsten Highlight, der Schlucht  Little Colorado River Gorge. Wie der Colorado den Grand Canyon, so schnitt auch der Little Colorado River einen tiefen Canyon in das Colorado Plateau. Bevor der River in den Colorado mündet, überwindet er auf seinen letzten 48 km schlagartig ein Gefälle von 610 m und formt mit der Little Colorado River Gorge noch eine tiefe und schmale Schlucht aus. Es gibt am Highway ein kleines Kassenhäuschen, in dem eine alte Navajo Indianerin sitzt, die $5 kassiert. Die lohnen sich auf jeden Fall, denn der Blick in den kleinen Canyon erinnert sehr an den großen Bruder. Am Aussichtspunkt angekommen öffnet sich ein dramatischer Blick auf senkrechte Felswände hinunter bis zum Little Colorado River - allemal eine schöne Erinnerung an den großen Canyon.

Little Colorado River Gorge

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Die 64 führt mich zum Highway 89, nun geht es gen Norden. Als ich die 160 erreiche, biege ich für einen Abstecher rechts in Richtung Tuba City ab... der Moenkopi Dinosaur Track interessiert mich sehr. Der Track ist leicht zu finden, ein holpriger Weg führt vom Highway hinüber.

Gegen ein kleines Trinkgeld zeigt mir eine junge Navajo zusammen mit ihrem niedlichen vierjährigen Sohn Dino-Spuren und versteinerte Dinosauriereier.

Sogar der Fußabtritt des Tyrannosaurus Rex ist zu bewundern! Die Dinospuren faszinieren mich, aber auch die Mutter meiner Führerin beeindruckt mich sehr. Eine Navajofrau mit einem Gesicht, das ein anstrengendes Leben widerspiegelt...und doch in manchen Momenten auch glücklich wirkt.

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Ich fahre zurück zur 89 und fahre an fantastischen Steinformationen vorbei. Ich kann nicht anders, als am Straßenrand anzuhalten, um  Fotos zu machen von dieser unglaublichen und  bizarren Landschaft!

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Mein Ziel ist eigentlich der Lees Ferry Campground hinter dem Marbles Canyon. Ich verfahre mich und finde mich plötzlich oberhalb der Ebene wieder...und bin überwältigt von einer unglaublichen Aussicht. Dennoch fahre ich zurück und biege unten in der Ebene rechts ab in Richtung Marble Canyon.

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Die Navajo Bridge am Marble Canyon war 1929 auf 965 Kilometern Flusslänge die einzige Brücke  über den Colorado. Sie bildete damit eine lebenswichtige Verbindung zwischen Arizona und Utah. Der erste direkte Highway zwischen den beiden Bundesstaaten (jetzt Highway 89) führte über sie hinweg. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Errichtung die höchste Stahlbogenbrücke der Welt.

Für einen Fotostopp halte ich kurz an, dann geht's weiter. An einer Parkbucht kurz hinter der Navajo Bridge stelle ich mein Auto ab, ich muss mich jetzt mal wieder ausgiebig bewegen... Mein Ziel ist Cathedral Wash, ein 2 km langer ausgewaschener Canyon, der direkt zum Colorado River führt. Ich habe zweieinhalb Stunden Zeit (drei sind angegeben), um vor der Dämmerung das Auto wieder zu erreichen. 

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Vom Parkplatz aus steige ich hinunter in den gut sichtbaren Canyon, der in leichten Windungen in Richtung Nordosten führt. Je weiter ich komme, desto höher und steiler werden die von unzähligen Flash Floods aus dem Felsplateau herausgeschliffenen Canyonwände. Der Kalkstein ist sehr porös und mit Millionen von winzigen Löchern durchsetzt. Der Canyon setzt sich aus verschieden dicken, übereinandergelagerte Schichten, rund geformten Stufen und Absätzen zusammen, dazwischen gibt es immer wieder kleine Felsnischen und halbe Höhlen. Der Weg gestaltet sich spannend, manchmal stehe ich vor einer Wand, die unüberwindbar scheint. Und doch finde ich mit Hilfe der Steinmännchen, die andere Wanderer errichtet haben, immer wieder kletternderweise den Weg. Oft muss ich zurück gehen und schon lange vor einem Hindernis stufenweise am Canyonrand nach oben steigen. Immer wieder tauchen neue Hindernisse auf: Kleine, mit Wasser gefüllte Pools, die ich jedoch auf schmalen Felsbänken rechts oder links umgehen kann, oder höhere Felsstürtze.

Trotzdem erreiche ich schon nach einer Stunde das Ufer des in der Sonne liegenden Colorado River...ein magischer Ort!

 

Den in der Nähe liegenden Lees Ferrys Campground hatte ich mir schon vorher angeschaut. Ich kann es nicht erklären, aber der Platz gefällt mir nicht. Da ich noch Zeit habe und denke, dass ich es bis zum Sonnenuntergang bis zum berühmten Horseshoe Bend schaffen könnte, entschließe ich mich, in Richtung Page weiter zu fahren.

Es ist schon 18 Uhr, als ich endlich den Parkplatz erreiche, von dem aus man einen Kilometer zur berühmten hufeisenförmigen Mäander des Colorado Rivers laufen kann. Die Dämmerung ist in vollem Gange und Horden von Touristen, die von der Abbruchkante zurücklaufen, kommen mir entgegen. Die Kante ist nicht gesichert, ich stehe direkt am Abgrund und habe im Restlicht des Tages einen freien Blick auf die beeindruckende Flussschleife.

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Ich erreiche den Parkplatz, als es schon dunkel ist und fahre weiter nach Page. Jetzt heißt es einen Stellplatz finden. Ausgeguckt habe ich mir den Wahweap Campground am Lake Powell, der schon zwei Monate vorher ausgebucht war. Trotzdem will ich es versuchen, denn die unschönere Alternative wäre der Parkplatz von Walmart ohne Toilette. An der Tür der Rezeption klebt ein Zettel mit den Reservationen der Leute, die noch nicht angekommen sind. Ein Ehepaar steht davor und hat gerade mit jemandem vom Campground telefoniert. Es ist ihnen gesagt worden, sie könnten die reservierten Plätze abfahren, schauen, ob sie noch frei sind und falls ja, sich einfach hinstellen und hoffen, dass keiner mehr kommt. Ich beschließe, das auch zu tun und entscheide mich für den Platz von Matthew Little, weil mir der Name gefällt. Und ich lande gleich einen Volltreffer, der Platz ist leer! Ich richte mich ein und schicke Mr. Little ein kleines Dankeschön, als er auch um halb elf noch nicht eingetrudelt ist, jetzt kommt er bestimmt nicht mehr. Ich verbringe eine ruhige Nacht und habe am nächsten Morgen einen tollen Blick auf den Lake Powell.

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Kommentare: 2
  • #1

    Ingrid (Montag, 19 Februar 2018 09:20)

    Liebe Britta,
    eine schöne Entführung heute morgen in eine wunderbare Naturlandschaft, gigantisch.
    Vielen lieben Dank dafür.

  • #2

    Ingrid Hohoff (Donnerstag, 22 Februar 2018 00:07)

    Liebe Britta!
    Ich habe deinen Bericht nun mehrfach gelesen und die sagenhaften Fotos und Videos angesehen. Ich bin (weiterhin) begeistert!
    Liebe Grüße
    Ingrid