Antelope Canyon, Horseshoe Bend und Monument Valley

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Nach einem wunderbaren Frühstück mit Blick auf den blauen Lake Powell checke ich nachträglich an der Rezeption des Campgrounds ein und wieder aus, so wie sich das gehört. Dann mache ich mich auf den Weg zum Antelope Canyon. Für 11 Uhr habe ich bei  Ken's Tours eine General Guided Tour durch den Lower Canyon gebucht. Ich finde den Parkplatz direkt an der Straße recht schnell und stelle mich in der Megaschlange vor der Kasse an. Es ist ja noch eine Stunde Zeit...

Endlich am Kassenschalter angekommen, klärt mich die Navajo Indianerin auf, dass Ken's Tours nicht von hier aus startet, sondern vom nächsten Parkplatz, etwa 100m weiter. Na toll! Ich laufe zum Jucy zurück, jetzt ist nämlich nicht mehr viel Zeit, ist ja schon wieder ne halbe Stunde rum. Eine Riesenstaubwolke hinterlassend verlasse ich diesen Parkplatz und fahre ein Stück weiter. Okay, für Leute, die lesen können, steht auf einem großen Schild über der Hütte "Ken's Tours"!

Gerade rechtzeitig erreiche ich die kleine Kassentheke, melde mich an und schon geht's los.

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Lake Powell

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Unsere Gruppe zählt 12 Leute und wird von einer jungen Navajo angeführt. Wir machen uns auf den längeren Weg durch die Wüstenlandschaft zum Eingang des Canyons. Hier kommt es zum Stau. Vor uns stehen schon vier andere Gruppen, die darauf warten, in den Lower Canyon absteigen zu dürfen. Einer der Navajo Guides packt seine Flöte aus und gibt uns eine kleine Kostprobe seines Könnens, um uns ein wenig die Zeit zu verkürzen. 

Zu meiner Gruppe gehören auch vier Japanerinnen und ihr persönlicher Tourguide. Die vier jungen Frauen sind witzig drauf, lachen viel und sind ganz scharf darauf, alles über mich zu erfahren. Mal muss ich bei der einen aufs Foto, mal bei der anderen und der nächsten...so geht das die ganze Zeit weiter. Auch unten im Canyon kann ich mich kaum vor ihnen retten.

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Antelope Canyon

Als Antelope Canyon bezeichnet man die letzten Meilen des Antelope Creek, bevor er den Lake Powell erreicht, wobei große Bereiche zwischen dem oberen und unteren Teil recht wenig mit einem Canyon zu tun haben. Speziell die ersten Kilometer unmittelbar südlich des Hwy 98 sind extrem flach und verdienen diesen Namen eigentlich nicht. Es fällt daher schwer zu glauben, dass sie zusammen gehören. Seinen Namen verdankt er den Gabelantilopen, die früher in diesem Gebiet lebten. Man unterscheidet Upper Antelope Canyon und Lower Antelope Canyon. Schon zu Hause habe ich viel darüber gelesen und mich dafür  entschieden, den Lower Canyon zu besuchen. Eigentlich hätte ich gerne die Führung speziell für Fotografen gebucht, da darf man sein Stativ mitnehmen, die Gruppe ist wesentlich kleiner und man hat mehr Zeit. Leider waren diese Führungen zum einen sehr teuer und auch schon weit im Voraus ausgebucht!  

Der Upper soll hingegen (wegen seiner möglichen Beams) gewaltig überlaufen sein. Man wird aufgrund des großen Andrangs regelrecht hindurchgeschubst, darf teilweise nicht einmal stehenbleiben und ist mitunter in zwanzig Minuten durch. Hier im Lower befindet man sich eher unter der Erde, eine Treppe führt hinunter und zum Ende hin auch wieder herauf.

Auch hier ist es zwar sehr voll, doch die Tour Guides nehmen sich mehr Zeit für uns. Wir können Fotos (wenn auch ohne Stativ) in rauen Mengen schießen und verbringen über eine Stunde im Slot Canyon. Der hält, was er auf Fotos verspricht, er ist großartig! Die Farben reichen von Gelb über Orange hin bis zum Lila...und auch hier klappt es mit den Beams. Der Navajo wirft eine Handvoll Sand in die Luft und schon werden die Sonnenstrahlen (beams) sichtbar!

Leider hat dieser Teil des Canyons auch eine traurige Berühmtheit erlangt. Denn 1997 starben hier 11 junge Leute, die durch die Flut überrascht wurden. Nach intensiven Regenfällen hatte sich ganz in der Nähe ein kleiner See gebildet. Als immer mehr Wasser nachfloss, brach eine natürliche Barriere. Darauf hin fegte eine gewaltige Flutwelle durch den Canyon, die alles mitriss. Die Leute im Inneren hatten keine Chance, sie wurden einfach fortgespült. Bis heute konnten zwei der Leichen nicht geborgen werden. Ein Denkmal am Eingang des Canyons erinnert an dieses tragische Ereignis. In der Zwischenzeit wurde aber einiges für die Sicherheit der Touristen getan, so dass sich so etwas hoffentlich nicht wiederholt.

Und nun los! Vielleicht erkennt ihr auch den Löwen und die Alpen!?

 

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Wieder zurück an der Oberfläche entscheide ich mich spontan, dem Horseshoe Bend, der Coloradoschleife, nochmals einen Besuch abzustatten, bevor ich weiterfahre ins Monument Valley.

Der Parkplatz ist voll von Autos und Bussen, es sind noch mehr Menschen hier als gestern Abend. Aber es lohnt sich trotzdem, hier nochmals vorbeizuschauen. Der Blick in die Tiefe ist auch heute wieder atemberaubend! Unten auf dem Colorado sehe ich Boote fahren oder vor Anker liegen. Eine Chinesin legt sich auf den Bauch für ein Foto in Supermanposition direkt an die Kante.

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Mehr als zwei Stunden brauche ich bis ins Land der Navajos zum Monument Valley. Auf der Strecke liegen immer wieder beeindruckende Felsen oder einzelne Monolithen, die mich zum Anhalten verleiten. Die Straße schlängelt sich durch Berge oder führt schnurgerade durch die Landschaft.

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El Capitan oder auch Agathla Peak, ein Berg südlich vom Monument Valley

Das ich mich dem Monument Valley nähere, merke ich als in der Ferne mehrere typische rote Monolithen auftauchen. Es ist großartig, hier anzukommen, wo so viele bekannte Western gedreht wurden und unter anderem John Wayne auf dem Pferd unterwegs war!

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Der Campground The View ist ein Traum und ich bereue gleich, hier nicht sofort zwei Nächte gebucht zu haben.

Ich ergattere noch einen Platz zwischen mehreren Wohnmobilen mit freiem und unverbautem Blick auf die Tafelberge.

Es ist unglaublich windig, eher schon stürmisch, und in der Nacht wird der Wind noch zulegen. Ich verpacke meine Kamera und die Objektive in Zip Plastiktüten, um sie vor Sand und Staub zu schützen. Meinen roten Campingstuhl stelle ich weiter unten in der Ebene in die Wildnis und richte mich, auf den Sonnenuntergang wartend, ein. Ist das nicht ein Traumblick?

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Bei diesem zunehmenden Sandsturm habe ich keine Lust aufzwischen den Zähnen knirschende Spaghetti. Darum mache ich mich im Dunkeln auf den Weg zum The View Hotel, um mir dort im Restaurant ein Abendessen zu gönnen. Da ich nicht reserviert habe, muss ich noch eine Weile auf einen Tisch warten und bekomme eine Wartenummer. Bis sie aufgerufen wird, vertreibe ich mir die Zeit im Touristenshop.

Das Essen jedenfalls ist das Warten allemal wert, ich habe mich für eine Navajospezialität des Hauses entschieden: World Famous Green Chile Stew (Our own recipe made with Hatch New Mexico green chiles, tender chicken and root vegetables, served with grilled Arizona bread)!

Und wenn ich denke, ich könne sofort ins Autobett verschwinden, daraus wird erstmal nix. Als ich zurückkomme, steht der Mond über dem Horizont und lässt sein milchiges Licht hinter den Tafelbergen, so gut es durch die sandige Luft eben geht, erstrahlen. Was für ein Tag! Jetzt freue ich mich noch mehr auf morgen, da geht's mit dem Jeep ins Navajoland hinein.

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Kommentare: 2
  • #1

    Hannah (Donnerstag, 29 März 2018 22:55)

    Ui, das letzte Bild ist hammermäßig!
    Jetzt möchte ich auch mal nach USA...
    Und das Essen sieht auch sehr lecker aus!
    Ich bin gespannt auf die weitere Reise!

  • #2

    Herri (Freitag, 30 März 2018 06:25)

    Mal wieder super Bilder, vor allen Dingen vom (oder besser aus dem) Lower Antilopen Canyon!