Vögel des Glücks - Kraniche an der Ostsee

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Kraniche gucken an der Ostsee, das ist etwas, was ich schon immer mal machen wollte! In diesem Herbst ist es soweit und ich mache mich mit meiner Islandfreundin Britta auf den Weg in den Norden nach Mecklenburg-Vorpommern.

Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, diese wunderschönen großen Vögel zu beobachten!

In den Monaten September und Oktober versammeln sich die Kraniche an der Ostsee, um dort Rast zu machen, bevor sie sich auf den langen Weg in den Süden aufmachen. Einer der bedeutendsten Rastplätze in Europa befindet sich an der Ostseeküste in der Rügen-Bock- Region. Das Zentrum des Rastplatzes, in dessen Gegend wir uns aufhielten und an dem sich die Kraniche versammeln, bilden die Schlafplätze auf dem Darß und in der Boddenlandschaft, also in Gewässern mit Flachwasserbereichen, in denen die Kraniche nachts stehend schlafen.

Früh morgens fliegen die Tiere über den Bodden auf das Festland und suchen auf nahegelegenen Ackerflächen nach Nahrung. Zwischen Ende Oktober und Anfang November ziehen die meisten Kraniche dann zum Überwintern in wärmere

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Kranichsafari im Norden

Gebiete in den Süden.

Mit dem Auto fahren wir jeden Tag zu einem abgeernteten Maisfeld, das direkt neben der Straße in der Nähe von Groß-Mohrdorf liegt. Wir kommen uns vor, als seien wir auf Safari, denn wir sind oft nur eines von vielen Autos, die hier halten. Aus dem Auto heraus kann man die Vögel sehr gut aus der Nähe beobachten. Allerdings sollte man auf keinen Fall aus dem Auto aussteigen, weil es die Kraniche stört und sie vertreibt. Weil sie beim Auffliegen unnötig Energie verbrauchen, die sie für ihren Vogelzug später dringend benötigen, soll das eher vermieden werden.

 

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Kraniche in Formation
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Kranorama

In der Nähe von Groß-Mohrdorf beziehen wir ebenfalls täglich Stellung im Kranorama, einer Beobachtungsstation des Kranich- Informationszentrums (Groß-Mohrdorf) am Günzer See. Die geschlossene Bauweise des Kranoramas verringert Störungen der Kraniche und auch der Gänse und anderen Vögel, die sich hier auf den Günzer Seewiesen in Sichtweite tummeln. Wir sehen durch die aufgestellten Spektive nicht nur Kraniche sondern auch Graugänse und  in der Ferne auf einem Hochsitz sitzt sogar ein Seeadler!

Das Kranorama steht direkt an den Nahrungsflächen der Kraniche, die durch Fütterungen sehr nah an die Plattform gelockt werden, so dass die scheuen Vögel gut beobachtet und fotografiert werden können. Die Fütterung dient wohl auch zur Ablenkung der Vögel von den Ackerflächen, um die Schäden für die Landwirte so gering wie möglich zu halten.

Leider ist der Weg um das Kranorama herum nicht abgesperrt und so mancher Besucher spaziert darum herum, was sofort ein Auffliegen der Kraniche zur Folge hat, das ja eigentlich vermieden werden soll.

Mehrere Ranger sind hier vor Ort. Sie beantworten alle Fragen und helfen beim Einstellen des Spektivs, vielen Dank!

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Fotohütten des Kranich-Informationszentrums

Noch ein Tipp für die härtesten Fotografen, die vor nix zurückschrecken: Es gibt kleine Fotohütten am Rande der Felder, die man mieten kann, um ganz nah dran zu sein! Die muss man allerdings schon vor 5 Uhr am Morgen beziehen und dann durchhalten bis Abends. Die Hütte darf nicht verlassen werden, ist klitzeklein und man bekommt einen Eimer für abzuwerfenden Ballast. ;o) Eine Garantie für Kraniche direkt vor der Nase gibt's allerdings nicht.

Ein Ranger hat uns den Tipp gegeben, mit dem Handy durch das Spektiv zu fotografieren, was sich als sehr schwierig erweist. Für einige Schnappschüsse hat es jedoch gereicht:

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Kraniche über dem Darß

Am Abend gegen 17 Uhr fahren wir nach Bisdorf. Dort steht eine Kranich-Beobachtungsstation des Kranich-Informationszentrums direkt im Schilf und man hat einen schönen Blick über den Bodden auf das Darß. Von hier aus läßt sich der allabendliche Zug der Kraniche zu ihren Schlafplätzen auf dem Darß sehr gut beobachten. Und nein, die Kraniche landen hier nicht direkt vor uns im Schilf! ;o)

An unserem letzten Tag an der Ostsee fahren wir abends nach Kinnbackenhagen, einer kleinen Ansammlung von Häusern entlang des Bodden, und beziehen Stellung an einem Feld mit freiem Blick. Es ist unglaublich beeindruckend, dieses Schauspiel zu erleben und wir können uns gar nicht sattsehen! Hier ein Video dazu:

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Kommentare: 3
  • #1

    birgit (Donnerstag, 20 Oktober 2016 23:14)

    Danke Britta, nun durfte ich auch mal die Kraniche erleben-wenn auch nur auf Deinen wunderschönen Fotos- von denen meine Eltern so viel erzählt haben.

  • #2

    Herri (Freitag, 21 Oktober 2016 04:56)

    Ja, alles, was mit Natur zu tun hat, ist wunderbar.

  • #3

    Mary (Samstag, 22 Oktober 2016 14:30)

    Das ist jedes Jahr wieder beeindruckend! Ich schaue mir die Kraniche immer beim Laub harken an, wenn sie über unseren Garten fliegen! Sie werden also sicher bald kommen.