4 Tage Amrum im Mai - Teil 2

3.Tag

Zunächst nur bedeckter Himmel, am späten Vormittag dann Nieselregen...egal, ab in die Dühnen. Wir haben das Auto auf dem Parkplatz des Badelandes in Wittdün geparkt. Unser Ziel war der Nehrungsee Wriakhörn, der  einer der wenigen Süßwasserseen auf Amrum ist. Viele Tiere und Pflanzen lassen sich hier beobachten.

Immer wieder sahen wir den Leuchtturm. Er verschwand jedoch nach und nach im einsetzenden Nieselregen.

2 Stunden lang hielten wir durch, dann war es genug und wir kehrten zum Parkplatz zurück.


Das Cafe Pustekuchen in Wittdün ist sehr zu empfehlen! Lecker Tee, Kaffee und traumhaften Kuchen gibts da und das Eis am Nachbartisch sah auch fantastisch aus.

Amrum ist eine Haseninsel...an jeder Ecke, ob in den Dühnen oder in den Dörfern, laufen mehr oder weniger zutrauliche Kaninchen herum.


Nach der Zufuhr neuer Energie machten wir uns auf den Weg in die Vogelkoje Meeram, einen Naturerlebnisraum nordwestlich von Nebel. Bei der Vogelkoje handelt es sich um eine ehemalige Fanganlage für Wildenten.

1935 wurde der Entenfang in der Vogelkoje Amrum eingestellt.

Wir umrundeten sie auf einem Bohlenweg, auf dem es verschiedene Stationen mit Schautafeln zu Einzelheiten und Hintergründen zur Vogelkoje und zur Natur zu sehen gibt. Besonders die im Wasser stehenden Krüppelbirken hatten es uns angetan.

Bei der Vogelkoje beginnt auch der Bohlenweg zum Quermarkenfeuer, dem zweiten "Leuchtturm" auf Amrum mit einer Höhe von nur 8 m. Das Leuchtfeuer liegt am Ende des Bohlenwegs, der bei der Vogelkoje in der Nähe des Übergangs zum Kniepsand beginnt. Das Leuchtfeuer wurde 1906 errichtet und dient als Leit- bzw. Quermarkenfeuer, das quer zum Kurs leuchtet und in der Seefahrt die Stelle markiert , an der eine Kursänderung vorzunehmen ist. Kniepsand wird übrigens der gesamte westliche Strand Amrums genannt. Genauer gesagt handelt es sich um eine extrem langsam wandernde Sandbank.

Auf dem Weg zum Querfeuer besichtigten wir das Langhaus eines limbrischen Dühnendorfes und die Überreste eines Steingrabes.


Für das Abendessen hatten wir uns schon zwei Tage zuvor in Oomes Hüs einen Tisch reserviert. Hier ein Tipp: Falls ihr Amrum mal besucht, ruft schon vorher von zu Hause aus dort an und reserviert euch einen Tisch, denn die Lokalität ist recht klein! Das Restaurant ist umwerfend eingerichtet, das Essen fantastisch, die Preise angemessen und nicht zu teuer.

Nach dem Essen ging meine Freundin in die Wohnung zurück. Ich dagegen hatte noch nicht genug, schnappte mir meine Fotoausrüstung und kämpfte mich bei Windstärke 6 (!) eineinhalb Kilometer durch die Dühnen zum Kniepsand. Ich wollte doch wenigstens einen Sonnenuntergang am Meer erleben. Durch den massiven Gegenwind waren nur wenig Leute unterwegs und verpassten das Schauspiel eines wunderbaren Sonnenuntergangs!

Der Wind fegte den trockenen Sand in einem Affentempo über den Strand. Dadurch ergaben sich klasse Fotomotive!

Einen kleinen Einblick in die Atmosphäre des Abends bekommt ihr im Video.


4.Tag

An unserem letzten Tag auf Amrum machten wir um 10 Uhr eine Führung in der Odde mit.  Dazu mußten wir von Norddorf zunächst etwa 45 Minuten bis zum Beginn des Weges zur Vogelwärterstation laufen. Es ist nicht möglich, mit dem Auto dort hin zu fahren.

Die Vogelwärterin holte uns dort ab und führte uns ins Naturschutzgebiet. Sie wußte viel Interessantes zu berichten und von der Aussichtsplattform in den Dünen hatten wir spannende Einblicke in das Vogelleben und schöne Ausblicke auf die Nachbarinseln Föhr und Sylt.

Die Odde ist eine fast unberührte Dünen- und Strandlandschaft, die sich ganz im Norden der Insel Amrum ins Meer hineinzieht. 

In den geschützten Dünen brüten viele Seevogelarten, hauptsächlich Silber- und Heringsmöwen sowie Eiderenten. Die Eiderente ist übrigens auch der Wappenvogel Amrums.  Am Strand, vor allem an der Nordspitze, brüten auch gefährdete Arten, wie Zwergseeschwalbe und Sandregenpfeifer. Außerhalb der Brutzeit ist die Odde ein wichtiges Rast- und Durchzugsgebiet, vor allem für See- und Küstenvögel.

Nach dem sehr interessanten Besuch des geschützten Vogelreichs umrundeten wir die Nordspitze Amrums. Der mehr als 4 km lange Weg führt um die Dünenkämme herum, die sich stellenweise bis zu 40 m hoch auftürmen. Im Osten der Odde grenzt das Wattenmeer direkt an das Naturschutzgebiet und bietet unzähligen Seevögeln Nahrung.

Wir kamen gut voran, da die Dühnen uns Windschutz boten. Als wir jedoch um die Spitze herum kamen, fegte uns der immer noch sehr starke Wind entgegen. Im Westen, zur offenen Nordsee hin, erstreckt sich der bis zu 150 m breite Sandstrand, ein Ausläufer des Kniepsandes. Hier hat man einen tollen Blick auf das 7 km entfernt liegende Sylt.

Der Wind lockte einige Surfer und Kite-Surfer auf das Wasser.

Im Hintergrund ist wieder Sylt zu sehen.

Eine Silbermöwe ruhte sich auf dem Kniepsand aus und diente mir freundlicherweise als Vogelmodel!

 

Und dann hieß es Abschied nehmen von dieser wunderschönen Insel.

Die Fähre brachte uns wieder von Wittdühn nach Dagebüll zurück, vorbei an den Inseln der Halligen und vorbei an Föhr.

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Kommentare: 2
  • #1

    Röttger, Ch. :-) (Donnerstag, 18 Juni 2015 09:02)

    Frei nach Theo Lingen: Prächtig. Prächtig. Prächtig

  • #2

    Hannah (Freitag, 19 Juni 2015 17:19)

    Das sieht nach viel Erholung aus!
    Da sind wieder tolle Bilder bei!