...Wiedersehen mit den Spronser Seen

Grünsee
Grünsee

 Zwei Tage nach meiner Hüttentour ist das Wetter so grandios gut, die Luft so klar und die Sicht so super, dass ich noch einmal spontan zu den Seen aufbreche. Ich möchte unbedingt die Strecke über das Spronser Joch gehen, die ich ja vor zwei Tagen wegen Gewitterwarnung känzeln mußte.

Eigentlich wollte ich eine kleine Tour mit meinen Eltern unternehmen und wir waren mit dem Auto unterwegs in Richtung Riffian. Als ich jedoch die klare Sicht auf die weit entfernt liegenden Berge sehe, übermannt mich der Drang "Du musst nochmal da rauf! Jetzt...sofort!" Meine Eltern bringen mich also (sehr verständnisvoll!) zur Seilbahnstation nach Dorf Tirol und fahren dann weiter nach Riffian, um ihre kleinere Wanderung zu machen.

Ich habe Glück und kann sofort mit der nächsten Bahn zur Hochmuth rauffahren. Gegen 10 Uhr starte ich mit meiner Tour, rolle das Spronsertal von unten bis zur Oberkaserhütte in einem Tempo auf, das ich mir zuvor kaum selbst zugetraut hätte, auch wenn ich die angegebenen 1h40 zugegebenermaßen nicht erreiche...das schaffen nur die Trailrunner! ;o) Es ist schön, den Weg auch mal im Trockenen zu gehen. 

Wegstrecke: ca. 17 km  -  Höhenmeter ↑ ca. 1300 m  -  Höhenmeter ↓ ca. 1030 m

Ich lasse mir offen, ob ich an an der Oberkaserhütte bleibe und dort übernachte oder ob ich direkt weitergehe. Das Übernachten wäre allerdings ein Problem, denn ich bin unvorbereitet losmarschiert. Das heißt, ich habe keinen Hüttenschlafsack, Schlafsachen, Seife und was man sonst noch so für eine Hüttenübernachtung braucht, dabei. Ist eh egal...als ich beim Oberkaser ankomme, ist es viertel nach eins, ich habe die ersten 850 hm bravourös gemeistert und ich fühle mich fit und richtig gut. Nach einer kleinen Mittagspause gehts also weiter immer steil bergauf, an Steinmännchen, der Ruine der Meraner Hütte und den am Felsen klebenden Verschlag vorbei bis zum Grünsee (siehe erstes Foto oben).

Die Natur in den Bergen ist überwältigend und ich bleibe oft staunend stehen, um in die Weite zu schauen. Die Fernsicht ist genial! Ich kann in der Ferne viele Berge der Dolomiten erkennen, die ich von hier oben das erste Mal sehe, da sie sonst bisher immer in Dunst und Wolken lagen: die Sella, Lang- und Plattkofel, die Marmolada, Schlern und Rosengarten und viele große Berge der Dolomiten mehr, deren Namen ich nicht weiß. Ich kann mich gar nicht satt sehen!

Die beiden Seen Pfitscher Lacke und Kaserlacke in der Nähe der Oberkaserhütte werden immer kleiner unter mir. Ich steige höher und hinter dem Grünsee erscheint der Langsee. Ich hatte ja am Morgen die Hoffnung, an eine Stelle zu kommen, vor der aus man alle 10 Seen auf einen Blick sehen kann. Als ich den Hüttenwirt des Oberkasers bei der Mittagspause allerdings danach fragte, mußte er mich leider enttäuschen: Auf dem Weg zum Spronser Joch ist das nicht möglich. Dazu muss man einen Berg erklimmen, der in der Nähe liegt und auf den kein offizieller Wanderweg führt, schade. Als ich jedoch hier oben auf etwa 2500 hm stehe und diese Aussichten genieße, ist mir das völlig egal!

Ich kämpfe mich zum Schiefersee hoch, der Weg geht dann direkt um ihn herum. Dann kommen nochmal 100-200 steile und anstrengende Höhenmeter und die Schnecke in mir kommt so richtig in Fahrt...aber ich schaffe es und erreichte das Spronser Joch gegen 16:20 Uhr. Damit kommt auch die Landschaft der anderen Seite in Sicht, die ebenso beeindruckend ist!

Weiter geht es immer wieder über Schneefelder in Richtung  Pfelders ins Tal hinab.

Auch hier bleibe ich immer wieder stehen, um die herrliche Aussicht zu genießen...bis mir einfällt, dass von Pfelders aus der letzte Bus um 18:45 Uhr durch das Passeiertal in Richtung Meran fährt!

Ich hetze also ins Tal hinunter, vorbei an einer Herde Ziegen, Kühen und Haflingern, während die Schatten immer länger werden. Irgendwann wird mir klar, dass ich das nie und nimmer schaffe. Zur Not rufe ich das Papataxi, auf das ist immer Verlass! ;o)

Ich treffe tatsächlich noch Leute, die in die andere Richtung unterwegs sind. Ein junges Pärchen kommt, mit großen Rucksäcken bepackt, vom Rauhjoch-Biwak herunter und will noch zur Seenplatte. Eine halbe Stunde später kommen mir zwei Männer mit großer Fotoausrüstung entgegen...

Um genau 18:55 Uhr komme ich an der Bushaltestelle an, nachdem ich die unglaublich steile Skiabfahrt nach unten genommen habe. Der Bus ist gerade weg, macht aber nix, es kommt noch einer um halb acht und noch einer gegen halb neun. Der Busfahrplan hat sich geändert, also doch kein Papataxi...gut so, denn es dauert eine Stunde bis Meran und dann noch 20 Minuten bis Verdins.

Es war eine großartige Tour! :o)))

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Kommentare: 1
  • #1

    Hannah (Freitag, 11 September 2015 18:39)

    Das sieht aber nach einer ganz tollen Tour aus!
    Die möchte ich auch mal laufen!
    Du hast da wieder schöne Photos mitgebracht :D