Auf Hüttentour bei den Spronser Seen - Tag 1

Diesmal nehme ich euch mit auf drei Tage lange Hüttenwanderung zu den Spronser Seen im Naturpark Texelgruppe in Südtirol!

Am ersten Tag fahre ich früh morgens mit der ersten Texelbahn rauf zum Giggelberg (1565 m). Von dort aus wandere ich ein Stück des Meraner Höhenwegs in einem stetigen auf und ab bis zur Nassereithütte (1523 m) entlang.

Lizenz                      Gesamtüberblick über den Weg (per mail kann gerne eine Kopie der Karte bei mir angefordert werden)

Nach einem kurzen Stopp zwecks Auffüllung des Flüssigkeitshaushalts mache ich mich daran, den steilen Weg zur Lodnerhütte hinauf auf 2259 m zu bewältigen.  Es ist sehr warm und der Weg besteht zum großen Teil aus anstrengend zu laufenden Steinstufen.

Es geht vorbei an Wasserfällen und das Rauschen des Zielbachs im Tal begleitet mich bis zu meinem Ziel hinauf. Knapp drei Stunden soll die Tour laut Zeitangabe auf dem Wegweiser dauern...das schaffe ich nie und nimmer!

Aber... der Weg ist das Ziel und ich brauche so lange wie es halt dauert, zum Glück ist heute erst spät Gewitter angesagt ;o)

Ich quäle mich also die steilen etwas mehr als 700 Höhenmeter zur Hütte hinauf und nehme dankbar jede Bank mit, die ich kriegen kann.  An einem dieser wunderschönen Pausenplätzchen mit Aussicht hat man eine Gedichttafel  angebracht, auf der treffend und etwas schwülstig beschrieben wird, wie schön es hier ist.

Und an jeder Ecke kann man seinen Wasserbedarf stillen, der immens ist, wenn man über die Mittagszeit hier rauf kraxelt.

Zwischendurch habe ich immer wieder Aussicht auf den Weg zurück und die Nassereithütte im Tal...oder auch Wasserfälle, die in der Nähe des Weges und auf der anderen Talseite hinab ins Zieltal rauschen.


Hier ist ein kleines Zwischenziel in Sicht: die Gingglalm auf 1994m.

Dann gehts weiter...und plötzlich eine Steinpyramide...und du denkst, du bist am Ziel!

Pustekuchen, das ist erst die Zielalm, auf der man übrigens erst seit diesem Jahr auch einkehren und übernachten kann (18 Euro p.P. im DZ). Ich kämpfe kurz mit mir, ob ich hier bleibe, aber dann hätte ich die letzten 60 m morgen noch zusätzlich vor mir. Also los, weiter gehts!

Schon nach kurzer Zeit taucht die Lodnerhütte vor mir auf. Sie liegt hoch auf einem kleinen Bergkegel und ist umgeben von den Quellen, die in den umliegenden Bergen entspringen und unterhalb der Hütte zusammenfließen.

Überraschenderweise ist in der Hütte nicht viel los und der Hüttenwirt gibt mir ein Bett in einem kleinen Zimmer mit vier Etagenbetten, ganz für mich allein! Ich richte mich gemütlich ein und nehme dann neben einem Pärchen aus Thüringen auf der Terasse Platz. Wir kommen bei Kaffee und Kuchen schnell ins Gespräch und verbringen einen kurzweiligen und lustigen Nachmittag mitteinander. Danach erkundigen wir jeder für sich die Gegend...ich überquere auf einem Steg einen der Flüsse und lege mich mitten im Murmeltierland auf die Wiese, um in der Sonne, die leider von immer mehr Wolken verdrängt wird, ein wenig vor mich hin zu dösen.

Irgendwann wird es frischer, ich setze mich auf...und mein erster Blick fällt direkt auf ein Murmeli! Es sitzt auf einem Felsen etwa 80 Meter von mir entfernt und döst genauso vor sich hin wie ich eben. Ich greife vorsichtig zur Kamera und mache erste Fotos. Das Murmeli steht auf und scannt die Gegend. Als es mich entdeckt, ist es auch schon unter der Erde verschwunden.

Schade, denke ich, und schaue zur Seite, wo sich plötzlich etwas braunes bewegt...wieder ein Murmeltier, diesmal auf der anderen Flussseite und viel näher!

Klack klack, es entdeckt mich, bleibt aber wo es ist. Ich greife meine Sachen, stehe gaaanz langsam auf und mache mich ebenso langsam auf den Weg über den Steg zurück auf die andere Seite. Das Murmeli habe ich dabei die ganze Zeit im Blick. Es läuft ein Stück die Wiese hinauf und schaut immer wieder zu mir rüber. Mit vorsichtigen Bewegungen nähere ich mich ihm Stück für Stück und fotografiere es immer wieder...jedesmal damit rechnend, dass es nun endgültig verschwindet.

Tut es aber zum Glück nicht, denn das Murmeli scheint genauso neugierig auf mich zu sein, wie ich auf das Murmeli.

Und so kommt es, dass ich bis auf zwei bis drei Meter herankomme und wir uns direkt in die Augen sehen :o)

Zwischendurch verschwindet es mal kurz im Erdloch, schaut aber kurze Zeit später wieder heraus...herrlich!

Das ist definitiv das Highlight meines Tages!

Täuschend ähnlich ;o), aber kein Murmeli...sondern das Hüttenkaninchen der Kinder des Hüttenwirts!

 

 

 

 

 

 

 

 

Abendstimmung zur blauen Stunde in den Bergen:

 

Mit den Thüringern verbringe ich einen richtig schönen Abend mit Spaghetti Bolognese und Bier, bevor  um zehn Uhr zur Nachtruhe "geläutet" wird. Gute Nacht!

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